In der vergangenen Woche stimmte Großbritannien für den Ausstieg aus der EU. (bento) Seitdem zeigt sich an der rapide angestiegenen Zahl von fremdenfeindlichen Übergriffen und Anfeindungen gegenüber Einwanderern und ausländisch aussehenden Briten, was für viele Ausstiegsbefürworter wohl der wahre Grund für ihre Stimme war. Offener Rassismus und Fremdenfeindlichkeit gehören seit dem Wochenende zum traurigen Alltag.

Im britischen Radiosender LBC London News hat nun eine seit den Siebzigern in England lebende Deutsche unter Tränen von ihren traumatischen Erfahrungen der vergangenen Tage berichtet.

"Ich bin seit drei Tagen nicht aus dem Haus gewesen", berichtet die ältere Dame dem Radiomoderator. "Der Enkel meiner Freundin wurde verprügelt, nur weil er eine ausländische Oma hat. Meine Haustür wurde mit Hundekot beschmiert und meine Nachbarn haben mir gesagt, dass sie mich in dieser Straße nicht mehr sehen wollen." Freunde wollen nicht mehr mit ihr befreundet sein. Sie sagten ihr: "Geh zurück nach Hause."

Nach eigener Aussage lebt die Frau namens Karen seit 1973 in England, sie und ihr verstorbener britischer Mann hätten jahrelang in England gearbeitet. Nun lebe sie in einer ruhigen mittelständischen Gegend und verstehe die Welt nicht mehr: "Ich habe schreckliche Angst. Ich weiß nicht, was als nächstes passieren wird."

Der Radiomoderator versucht in dem Gespräch, ihr beizustehen und sie zu beraten. Ein Großteil der Menschen sei auf ihrer Seite, nur 10-15 Prozent der Briten wären so fremdenfeindlich. Sie sei nicht allein, auch wenn sie sich gerade so fühle. Er macht ihr Mut: "Wenn Menschen Geschichten wie deine hören, erkennen sie, dass sie aufstehen und sich für etwas einsetzen müssen." Und doch offenbart er nebenbei mit nur einem unbewussten Satz des Erstaunens, wie schlimm es um Großbritannien bestellt ist.

„This is a white, German woman. “
Radiomoderator James O'Brien

Im Fokus der Anfeindungen standen bisher vor allem Pakistaner und Polen, die zu den größten Einwanderergruppen in England gehören. Und auch, wenn die Zahl der Anfeindungen gerade zunimmt, hat man hat sich eigentlich schon daran gewöhnt. Populisten wie Nigel Farage haben das fremdenfeindliche Feuer geschürt, aber gelodert hat es schon lange.

Es ist es unglaublich traurig, dass sich der Moderator und viele andere erst mit der alten, verängstigten und weißen Oma identifizieren können – so sehr sie dieses Mitgefühl verdient hat. Denn für viele andere Menschen gehören die Angst vor Hass und Angriffen, die sie gerade erlebt, zum Alltag.

Aber vielleicht muss erst jemand wie die nette Oma von nebenan bedroht werden, damit man merkt, wie scheiße Rassismus und Fremdenfeindlichkeit sind.

Hier kannst du das komplette Gespräch hören.

So reagiert das Netz auf den neuen englischen Rassismus:

In der Fotostrecke: Wir haben nach dem Brexit mit jungen Briten gesprochen
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Lass uns Freunde werden!


Gerechtigkeit

Original Night Stalker: Seit 40 Jahren sucht das FBI diesen Mann
Die gruselige Geschichte einer ungeklärten Verbrechensserie
Achtung: Dieser Text thematisiert Morde und sexuelle Gewalt gegen Frauen

Golden State Killer.
East Area Rapist.
Diamond Knot Killer.
Original Night Stalker.

Vier Pseudonyme, doch dahinter verbirgt sich immer dieselbe Person: Ein Serienmörder, Serienvergewaltiger und Serieneinbrecher, der ab 1976 in Kalifornien 45 Frauen vergewaltigte, zwölf Menschen tötete und in mehr als 120 Häuser einbrach. Manche Frauen waren erst 13, andere schon 41. Einige lebten allein, andere mit ihren Kindern oder ihrem Partner zusammen.

Zehn Jahre lang mordete er, dann verschwand er plötzlich.

Das FBI hat in der vergangenen Woche eine gewaltige Kampagne gestartet, um den Mann – 40 Jahre nach seiner ersten Tat – aufzuspüren. In den Sozialen Medien, hochwertig produzierten YouTube-Videos, Podcasts und Radiospots rufen sie US-weit Menschen auf, Hinweise zu geben. 50.000 Dollar sind für den entscheidenden Tipp ausgeschrieben.