Bild: Sebastian Kahnert/dpa
Vier Fragen, vier Antworten

Ob in Quizshows, bei Staatsempfängen oder auf Messen: Auf vielen Veranstaltungen sind Hostessen eingesetzt. Sie weisen Kunden oder Kandidaten den Weg, begrüßen Gäste – und tragen dabei meist mehr oder weniger figurbetonte Kleidung.

In Mexiko City soll damit jetzt Schluss sein. Bürgermeister José Ramón Amieva Gálvez will die Hostessen zumindest von Veranstaltungen der Regierung verbannen.

Was soll verboten werden?

Amieva Gálvez ist der Meinung, dass die Präsentation und die Aufgaben der "Edecanes", wie sie in Mexiko heißen, gegen die "Grundidee der Geschlechtergleichheit" verstoßen. Frauen, die nur als "Augenschmaus" eingestellt werden und keine nachvollziehbare Aufgabe haben, sollen demnach nicht mehr Teil von Veranstaltungen sein, die von der Regierung gesponsert oder ausgerichtet werden, berichtet CNN.

In Mexiko sind Hostessen oft Teil von Marketing- oder Werbemaßnahmen. Auch bei Regierungsveranstaltungen werden sie häufig eingesetzt und übernehmen Aufgaben wie das Verteilen von Informationsbroschüren an Gäste. Meist tragen sie hochhackige Schuhe.

Dieser Job sollte nicht existieren.
José Ramón Amieva Gálvez, Bürgermeister von Mexiko-City

Warum sollen Hostessen-Jobs verboten werden?

Amieva Gálvez will mit dem Verbot gegen Stereotype vorgehen, nach denen Frauen in beruflichen Positionen zunächst als zweitrangig gelten und wenn, dann niedere Arbeit verrichten sollen, um Männer zu unterstützen

"Frauen haben ein Potential, das dem von Männern entspricht, oder sogar größer ist", zitiert Mexico News Daily Amieva Gálvez.

Eine Gruppe von jungen Politikerinnen hatte 2014 ein Forum über die Edecanes-Branche abgehalten. Das Ergebnis: Die Hostessen-Jobs in Mexiko seien mit Prostitution zu vergleichen und die Frauen müssten unter prekären Bedingungen arbeiten. (El Financiero).

Wie geht es jetzt weiter?

Frauen, die bisher als Edecanes von der mexikanischen Regierung eingestellt waren, sollen nun verantwortungsvollere Jobs bekommen. Verstöße gegen das Verbot würden mit Geldstrafen geahndet, so der Bürgermeister. Viele Mexikaner feiern diese Entscheidung.

Aber es gibt auch einzelne Stimmen von Menschen, die gegen sein Vorhaben sind. Héctor García, Agent einer Modelagentur in Mexiko-City beschreibt den Job von Edecanes als "würdevoll" und kritisiert, dass einige wenige Escorts, die sich selbst als Edecanes bezeichnen, den Ruf der Branche schaden. Die Art, wie Bürgermeister Amieva Gálvez den Job beschreibe sei "moralisch verletzend" und stigmatisiere Frauen in ganz Mexiko.

Dies sieht das Model und Edecan Mariel Guerrero Castaño ähnlich. Amieva Gálvez würde die Rollen von Edecanes und Escorts vertauschen, sagte sie. 

Wann tritt das Verbot in Kraft?

Das steht noch nicht fest. Amieva Gálvez wird in diesem Jahr von Claudia Sheinbaum abgelöst. Sie wird die erste rechtmäßig gewählte Bürgermeisterin von Mexiko City. Es wird erwartet, dass Amieva Gálvez das Verbot bis zum Antritt von Sheinbaum auf den Weg bringen will.


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