Bild: Daniel Bockwoldt/dpa

Seit 200 Tagen ist der deutsch-türkische Journalist Deniz Yücel in der Türkei in Haft. Ohne Anklage, ohne Verhandlung. Die Behörden werfen ihmTerrorpropaganda vor. 

Es ist der Standardvorwurf, mit dem türkische Behörden Jagd auf kritische Journalisten machen: Wer sich negativ über den Präsidenten Recep Tayyip Erdogan äußert, arbeitet für den Gegner, arbeitet für Terroristen.

Yücel hat als Journalist immer auf Missstände in der Türkei aufmerksam gemacht. Er schrieb für die "taz", zuletzt war er vor seiner Inhaftierung Korrespondent für die "Welt"

Diese 4 Texte von Deniz Yücel bringen dir die Türkei näher – und die Probleme im Land.

1.

Über den Aufstieg Erdogans zum Alleinherrscher

In dem Essay "Und morgen die ganze Türkei" skizziert Yücel Erdogans Weg an die Macht. Es geht um die Entstehung der Regierungspartei AKP und wie sich Erdogan eine breite Basis schafft. Die innere Zerrissenheit der türkischen Gesellschaft nutzt er geschickt aus.

Ein Nachdruck des Essays ist in der "Frankfurter Allgemeinen Zeitung" erschienen. Hier kannst du ihn lesen:

"Und morgen die ganze Türkei"

2.

Über die Rolle der PKK in der türkischen Gesellschaft

Die PKK ist eine militante Untergrundorganisation der Kurden. In der Türkei verübt sie Anschläge und führt Krieg gegen das türkische Militär – sie ist daher als Terrororganisation verboten. Deswegen werden aber auch unschuldige Kurden in der Türkei verfolgt und unterdrückt. 

In einem Interview mit Cemil Bayik, der Nr. 2 der PKK, präsentiert Yücel das Innenleben der Organisation in der "Welt". Hier kannst du es lesen:

"Ja, es gab interne Hinrichtungen"

3.

Über den Umgang mit kurdischen Extremisten

Laut Yücel hat sich die PKK in den vergangenen Jahren jedoch gewandelt. In Syrien kämpft ein PKK-Ableger gegen den "Islamischen Staat"

Deshalb argumentiert Yücel in einem Kommentar für die "taz", dass es an der Zeit ist, mit der PKK zu reden. Hier kannst du ihn lesen:

"Ein Hauch von Stalingrad"

4.

Über das Phänomen Erdogan und dessen "Neo-Kalifat"

Für Yücel fußt Erdogans Erfolg auf Verfolgungswahn, Hybris und einer immer stärker werdenden Fanatisierung seiner Anhänger. Er sagt, Erdogan arbeite an einem "Neo-Kalifat"

In einem Essay für die "Welt" analysiert er, wie genau Erdogan Politik macht – und was das für Auswirkungen auf das türkische Volk hat. Hier kannst du ihn lesen: 

"Der Kalif, der aus der Volksneurose kam"


Fühlen

Tim ist 25 und hatte noch nie eine Freundin

Humorvoll, intelligent, interessiert. 

So beschreibt eine Kandidatin Tim auf dem Bewertungsbogen, den die Teilnehmer des Speed-Datings am Ende des Abends ausfüllen. Er unterhält sich mit den unterschiedlichsten Frauen, einige von ihnen sind Tim auf Anhieb sympathisch.

Sein Gefühl scheint auf Gegenseitigkeit zu beruhen, denn schlechtes Feedback gibt es von niemandem. Wiedersehen möchte ihn aber trotzdem keine der Potenziellen.

Für Tim nichts Neues.