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Das steckt hinter der irren Aktion.

Vor neun Jahren ist Familie Tamrazyan aus Armenien geflohen. Sasun und Anoushe, gemeinsam mit ihren drei Kindern. In den Niederlanden fanden sie eine neue Heimat.

Nun sollten sie abgeschoben werden – doch eine Kirche verhindern das mit einem Gottesdienst-Marathon.

Sasun Tamrazyan war in Armenien politisch aktiv und sagt, dafür habe er Todesdrohungen erhalten. Immer wieder geht die Polizei in Armenien mit Gewalt gegen Oppositionelle vor. 

Ein Gericht sprach der Familie Asyl zu, die niederländische Regierung erkannte es jedoch wieder ab. Jahrelang stritt die Familie um Anerkennung. Im Oktober diesen Jahres hätten sie nun abgeschoben werden sollen – also flüchtete Sasun mit seiner Familie in eine Kirche.

Seit dem 26. Oktober leben sie nun in der Bethel-Kirche in Den Haag. Und die Polizei kommt nicht an sie ran. (Trouw auf Niederländisch, Quartz auf Englisch)

Warum? Weil es niederländischen Polizistinnen und Polizisten untersagt ist, einen laufenden Gottesdienst zu stören. 

Und genau das macht die Bethel-Kirche seit Ende Oktober: Sie hält ihren Gottesdienst am Laufen. Seither lebt die Familie geschützt im Gotteshaus, ihr Fall bleibt in der Schwebe.

Mehr als 300 Pastoren hätten Hilfe angeboten (Bethel-Kirche). 24 Stunden am Tag wird der Dienst abgehalten, mittlerweile kommen Menschen aus dem ganzen Land, um zu helfen. Jemand hat zudem eine Petition eingerichtet, um die niederländische Regierung von einer Abkehr zu überzeugen. Mehr als 240.000 Unterschriften gibt es bereits.

In den Niederlanden wird das Asylrecht seit Jahren stark diskutiert. 

Rechtspopulistische Strömungen, allen voran Geert Wilders "Partei für die Freiheit", haben Zulauf. Sie fordern eine strengere Politik gegenüber Geflüchteten. (bpb)

Zumindest das Engagement in der Bethel-Kirche zeigt: Nicht jeder in den Niederlanden ist mit dieser Politik einverstanden.


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