Bild: Jg Carstensen/dpa

Vor einem Monat protestierten in Berlin mehrere hundert Menschen wütend gegen die AfD (bento). Die Partei hatte bei der Bundestagswahl gerade 12,6 Prozent der Stimmen bekommen. Viele Leute wollten daraufhin zeigen, dass rechtes Gedankengut in ihrer Welt keinen Platz hat.

Nun gehen wieder Tausende Menschen auf die Straße, um gegen rechten Hass zu protestieren. Aktueller Anlass: Bald ziehen die Politiker in den Bundestag ein.

Am Dienstag ist es soweit: Die neu gewählten Bundestagsfraktionen werden ihren Platz im Parlament einnehmen. Darunter auch die 94 Abgeordneten der AfD.

Das finden viele Berliner gar nicht toll und folgten einem Aufruf zu einer Demonstration gegen Hass und Diskriminierung. Darin heißt es: 

"Der Deutsche Bundestag ist das Herz unserer parlamentarischen Demokratie – ein Ort von Meinungsfreiheit und kontroverser Debatte. Doch am 24. Oktober 2017 nehmen Rechtsextreme und Rassisten auf den Stühlen des Parlaments Platz, als Mitglieder der AfD-Fraktion. Vom Redepult im Reichstag drohen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus, Hass und Ressentiments geschürt zu werden. Geschichtsleugner könnten von dort aus die Verbrechen der NS-Herrschaft relativieren. Mit schrillen Tönen soll die Hetze gegen Flüchtlinge, Ausländer und Andersdenkende zum Volkswillen erklärt werden. Andere Parteien könnten dem Rechtsruck folgen. Hierzu dürfen und werden wir nicht schweigen.
Und die Leute schwiegen nicht. So sah es am Sonntag bei der Demo aus:
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Organisiert wurde die Demo von Ali Can, der bereits mit seiner "Hotline für besorgte Bürger" bekannt wurde (bento), sowie von den Organisationen Avaaz, Campact und Breaking the Ice.

Sie alle sprechen bewusst nicht von einer "Anti-AfD-Demo". Es gehe ihnen vielmehr um jede Art von Hass und Rassismus im Bundestag. Dagegen wollten sie ein Zeichen setzen. Doch die AfD bezeichnete schon den Demo-Aufruf als "Anschlag auf die Demokratie":

Komisch: Jedes Mal, wenn Politiker in der Vergangenheit Pro-AfD-Demos kritisierten, hatte die Partei dies ebenfalls als demokratiefeindlich und Anschlag auf die Meinungsfreiheit bezeichnet. Was denn nun?

Ali Can antwortete darauf jedenfalls so:

Peter Felser, AfD nennt unsere Großdemo einen "Anschlag auf Demokratie". Ich glaube die Bundesregierung versteht unter...

Posted by Ali Can on Samstag, 21. Oktober 2017

Bevor der Protestzug durch das Regierungsviertel lief, fand am Brandenburger Tor eine Kundgebung statt. Dort sprachen neben Politikern und Aktivisten auch Holocaust-Überlebende.

Die Hoffnung der Demo-Teilnehmer: Den Politikern mit solchen Aktionen zeigen, dass Hass nicht akzeptiert wird. Und dass jeder sich dagegen aussprechen sollte – egal ob er im Bundestag den Reden anderer Abgeordneter zuhört, im Alltag Diskriminierung erlebt oder als Teil einer Demo seine Stimme erhebt.

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