Schmachtende Augen, die in die Kamera blinzeln, eine coole Pose mit Sonnenbrille: Von den Plakaten berühmter Modemarken blicken Models auf die Welt hinunter – und die Welt schaut zu ihnen hinauf.

Deddeh Howard hat davon die Nase voll. Denn ihrer Meinung nach sind diese Modegöttinnen in der Regel weiß, nicht schwarz – so wie Howard selbst.

Im Vergleich: So sehen die Bilder aus, die Deddeh neu arrangiert – zum Klicken:
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Gemeinsam mit ihrem Freund, dem Fotografen Raffael Dickreuter, hat das Model bekannte Modefotos nachgestellt, die gleichen Posen eingenommen, wie ihre weißen Kolleginnen – um ihren eigenen Wert zu unterstreichen.

Und den latenten Rassismus der Modewelt anzuprangern. "Black Mirror" heißt das Projekt – schwarzer Spiegel. Die Fotoserie zeigt das Originalfoto und die Kopie nebeneinander.

"Agenturen sagen mir oft: 'Wir mögen deinen Look, aber es gibt schon dieses eine schwarze Mädchen", berichtet Howard, die in Liberia geboren wurde, in einem Interview mit der Seite "BuzzFeed". "Es sollte nicht nur ein schwarzes Mädchen geben, es kann mehr als eines geben."

Es scheine ihr, als ob die Agenturen sich für Vielfalt schämen würden.

"Das ist sehr schmerzhaft, und ich fühlte mich unsicher und schlecht dadurch." Mit ihrer Aktion will sie nun anderen farbigen Models, besonders schwarzen, eine Botschaft senden. Sie seien genauso schön wie jeder andere auch.

Der Name "Black Mirror" habe aber nicht nur mit der Spiegelung der Modefotografie zu tun. Schwarze Frauen würden oft in den Spiegel schauen und sich fragen: "Das könnte ich sein, warum bin das nicht ich?"

Viele Menschen hätten sehr positiv auf "Black Mirror" reagiert.

"Ich bin sehr dankbar, dass die Leute das genauso sehen wie ich und dass die Leute mir sagen, dass ich eine Inspiration für sie bin. Das fühlt sich unwirklich an", sagt die 27-Jährige. "Wir sollten für die Dinge kämpfen, an die wir glauben."

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.


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