Bild: UNHCR/Gisella Lomax
"Da sitzen Männer in Anzügen auf einem Wirtschaftstreffen – und fangen an zu weinen."

Davos. Ein kleiner Kurort in der Schweiz wird einmal im Jahr zum wichtigsten Pilgerort für Wirtschaftsbosse, Bankenchefs und Politiker aus aller Welt. Beim Weltwirtschaftsforum kommen sie zusammen und diskutieren über aktuelle globale Fragen. Es geht um Handelsbeziehungen, den Kampf gegen den Klimawandel und darum, wie man zum Beispiel den Konflikt in Syrien lösen kann.

Theoretisch. Praktisch ist es vor allem ein Netzwerktreffen.

Auch die Uno-Flüchtlingshilfe ist in Davos vertreten – und setzt Manager und Geflüchtete aus aller Welt an einen Tisch. Eine davon ist Yusra Mardini.

Die 18-Jährige ist 2015 aus Syrien nach Deutschland geflohen, als Schwimmerin hatte sie ein Schlauchboot voller Flüchtlinge an die griechische Küste gezogen. Im vergangenen Sommer trat sie in einem eigens geschaffenen Flüchtlingsteam bei Olympia an (bento). Sie ist zu einer Art Vorzeigeflüchtling für die Uno geworden.

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Yusra floh 2015 aus Syrien. Mittlerweile ist sie in Deutschland und trainiert als Schwimmerin.
Im Sommer 2016 gehörte sie zum Flüchtlingsteam bei Olympia.
Seitdem reist sie um die Welt und trifft die Mächtigen. Den ehemaligen Uno-Generalsekretär Ban Ki Moon:
Oder den scheidenden US-Präsidenten Barack Obama:
Nach Davos reiste Yusra, um auf dem Weltwirtschaftsforum zu sprechen.
Und nebenbei Sänger Will.i.am zu treffen:
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Was macht Yusra nun in Davos? Wir haben sie gefragt:

"Davos ist einfach verrückt. So viele Menschen sind hier, alle reden durcheinander. Die meisten haben sicher auch etwas Spannendes zu erzählen. Es geht natürlich um Wirtschaftszeugs, aber ich versuche, auch meine Themen anzubringen.

Ich bin im Auftrag der Vereinten Nationen da und repräsentiere Flüchtlinge auf der Welt, die gerade keine Stimme haben. Mehr als 65 Millionen Menschen sind derzeit weltweit auf der Flucht. Auch wenn es hier also um Verträge und Business-Ideen geht, halte ich es für wichtig, dass jeder Wirtschaftsboss lernt zu verstehen, wie sich Flüchtlinge fühlen."

Manchen Zuhörern im Saal traten Tränen in die Augen.

"Ich habe zum Beispiel auf einem Event gesprochen, das 'Ein Tag im Leben eines Flüchtlings' hieß. Ich habe von meiner Flucht aus Syrien erzählt und wie ich durchs Mittelmeer geschwommen bin, andere Flüchtlinge, die mit mir da waren, haben von Foltergefängnissen erzählt und ihre Wunden gezeigt.

Manchen Zuhörern im Saal traten Tränen in die Augen. Das muss man sich vorstellen: Da sitzen Männer in Anzügen auf einem Wirtschaftstreffen – und fangen an zu weinen. Klar, fast jeder hat schon von Flüchtlingsschicksalen gehört – aber die wenigsten haben einen Flüchtling getroffen. Ich glaube, das war eine harte Erfahrung für viele."

Was ist das Weltwirtschaftsforum?

Das Forum ist eigentlich eine schweizerische Stiftung – der Name wird aber vor allem für das globale Treffen verwendet, das diese Stiftung alljährig in Davos veranstaltet. Für mehrere Tage kommen dabei Politiker, Wirtschaftsexperten und Manager zusammen. Hier kommst du zum offiziellen Auftritt.

"Für mich ist das Wirtschaftsforum anstrengend. Gleich am ersten Tag bin ich erst um 1 Uhr ins Bett gekommen, fünf Stunden später musste ich zum Schwimmtraining wieder raus. Ich halte Vorträge oder bin bei Meetings dabei, dazwischen gibt es organisierte Essen, bei denen ich meine Geschichte erzähle. Ein Treffen mit Thomas Bach, dem Präsidenten des Internationalen Olympischen Komitees, ist auch noch geplant."

"Generell sind hier einfach wahnsinnig viele Menschen. Jeder, der hier unterwegs ist, will nicht nur das Beste für sich erreichen. Sie wollen die Welt zu einem besseren Ort machen. Das finde ich sehr motivierend."

Im Sommer war Yusra Teil des Olympia-Teams. Unsere Autorin Katharina hielt die Sondermannschaft für keine gute Idee:


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