Bild: Reuters / Sana
Das iranische Fernsehen hat mit dem syrischen Diktator gesprochen.
Die Vorgeschichte

Russische Kampfjets fliegen seit Mittwoch Angriffe auf Ziele in Syrien. Russland gibt an, die Terrormiliz "Islamischer Staat" schwächen zu wollen. Doch die Angriffe sind umfassender: Der britische Premierminister David Cameron sagte beispielsweise, dass die Angriffe vor allem den Assad-Gegnern gelten würden. Und US-Präsident Barack Obama wirft Russland vor, den "Islamischen Staat" mit den Angriffen indirekt zu stärken.

Das Interview

Jetzt hat Syriens Diktator Assad dem iranischen Fernsehsender Kabar TV ein Interview gegeben und darin seine Sicht auf die Lage in seinem Land und die Flüchtlingskrise ausgebreitet. Seine wichtigsten Aussagen:

  • Die russischen Soldaten sind wichtig: "Die Chancen dieser Allianz sind groß, nicht klein."
  • Er hat wenig Lust auf Verhandlungen: "Wir können westlichen Positionen nicht trauen - ungeachtet dessen, ob sie positiv oder negativ sind."
  • Fehler machen immer nur die anderen: "Wir haben uns von Anfang an dazu entschieden, gegen Terrorismus zu kämpfen, und heute sind wir noch überzeugter von diesem Vorhaben. Wir haben von Anfang an entschieden, unsere Probleme unabhängig zu lösen."
  • Syrien geht niemanden etwas an: Diskussionen darüber seien inländische Fragen, die in Syrien geklärt werden müssten.
  • Die Opposition ist aus dem Ausland gesteuert: "Fakt ist, dass die wichtigsten terroristischen Anführer in Syrien und im Irak Europäer sind. Die wahrscheinlich größte Anzahl von Terroristen kommt aus muslimischen Ländern, besonders aus arabischen Ländern, aber hauptsächlich aus Europa."
  • Mehr noch als Flüchtlinge sind Medien das Problem: "Ein Flüchtling zu werden, das tut einem Syrer sehr weh; und vielleicht ist das auch schwarzer Punkt in der syrischen Geschichte, an den wir uns alle noch Jahrzehnte und Jahrhundert erinnern werden. Aber was noch viel schmerzhafter ist: Wie die Probleme der Flüchtlinge in der westlichen Welt und von westlichen Medien ausgebeutet werden."
Wie es wirklich in Syrien aussieht, lest ihr hier bei uns und in diesem Kommentar auf SPIEGEL ONLINE.
Außerdem haben wir mit Nujeen Mustafa gesprochen, die im Rollstuhl von Syrien nach Deutschland geflohen ist.

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