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Schlechte Chancen für Rechtspopulisten.

Sie dürfen arbeiten gehen, Einkäufe tätigen und vielleicht auch jedes Wochenende Bier trinken – doch wenn es um den nächsten Bundestag geht, sind Millionen junger Menschen in Deutschland außen vor. Bei der Wahl am kommenden Sonntag darf nur mitentscheiden, wer über 18 ist. 

Doch wie sähe der nächste Bundestag aus, wenn nur Kinder und Jugendliche entscheiden dürften? 

Die Ergebnisse der U18-Wahl zeigen: Vermutlich ziemlich anders! 

Wie wählen Kinder und Jugendliche?

Ginge es nach den Teilnehmern der U18-Wahl, gäbe es nächsten Sonntag wenige Chancen für einen Rechtsruck. Denn bei der Abstimmung stimmen viele anders ab als ihre Eltern. Die U18-Wahl ist eine Initiative vieler großer Jugendverbände in Deutschland. 

CDU und CSU landen bei unter 30 Prozent – die AfD kommt sogar nur noch auf rund sechs Prozent. Ungefähr die Hälfte des derzeit vorausgesagten Ergebnisses. Die Grünen können sich dagegen freuen. Sie erreichen bei der U18-Wahl mehr als 16 Prozent. Ein Ergebnis, das bei der Bundestagswahl ein neuer Rekord wäre.

Auch kleine Parteien haben gute Chancen bei jungen Menschen: Fast 15 Prozent der Stimmen bei der U18-Wahl gingen an "sonstige Parteien". Besonders stark schneidet die Tierschutzpartei ab. Sie kommt auf 3,8 Prozent. Die Satirepartei "Die Partei" erreicht immerhin noch 2,9 – ungefähr doppelt so viel wie in ihren stärksten Wahlkreisen bei der Bundestagswahl.

Die Ergebnisse sind je nach Region sehr unterschiedlich. Im größten Bundesland Nordrhein-Westfalen landet die AfD beispielsweise unter der Fünf-Prozent-Schwelle – in Thüringen ist sie, ginge es nach den Jungen, dagegen die zweitstärkste Partei:

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Wie aussagekräftig ist die U18-Wahl?

Bei der U18-Wahl darf jeder mitmachen, der unter 18 ist. Ein deutscher Pass ist keine Voraussetzung. Abgestimmt werden konnte dieses Mal in über 1.600 Wahllokalen.

Viele Abstimmungen fanden in Bibliotheken, Schulen oder Jugendclubs statt. Die Jugendverbände der Parteien durften nicht mitmachen. An der U18-Wahl 2013 nahmen über 200.000 Kinder und Jugendliche teil. 

Mit der Initiative wollen das Deutsche Kinderhilfswerk, der Bundesjugendring und viele andere Kinder- und Jugendverbände darauf hinweisen, dass nicht alle Menschen bei der Bundestagswahl mitmachen können und zum Nachdenken anregen. 

Angesichts der erwarteten Ergebnisse bei der Bundestagswahl vielleicht keine schlechte Idee.

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