Bild: dpa/Jan Woitas
Zwei Fakten und eine Reaktion zum Gesetzesentwurf

Im Geburtenregister soll künftig neben "männlich" und "weiblich" der Eintrag einer dritten Geschlechtsoption möglich sein. Das Bundeskabinett beschloss am Mittwoch einen Gesetzentwurf, der neben den beiden bereits vorhandenen Optionen auch die Option "divers" vorsieht.

Das ist eine Reaktion auf Proteste von Interessengruppen. Zunächst sollte die Geschlechtsoption "anderes" oder "weiteres" lauten. Dies empfanden jedoch viele als abwertend. (bento)

Worum geht es bei dem Gesetzentwurf zum "Dritten Geschlecht"?

  • Der Gesetzentwurf basiert auf einer Entscheidung des Bundesverfassungsgerichts aus dem Jahr 2017, darin wurde die geltende Regelung als Verstoß gegen das Persönlichkeitsrecht und das Diskriminierungsverbot des Grundgesetzes gewertet. (bento)
  • Die Gesetzesänderung muss bis Ende des Jahres umgesetzt sein.

Wie sind die Reaktionen?

Die Modernisierung des Personendatengesetzes sei "überfällig", sagt Bundesjustizministerin Katarina Barley. Mit dem zusätzlichen Eintrag "divers" gebe man Menschen, die sich nicht einem speziellen Geschlecht zugehörig fühlen, ein Stück Würde und positive Identität. 

Jetzt wolle man sich außerdem darum kümmern, weitere unzeitgemäße Regelungen für Transsexuelle zu beseitigen. Das derzeit geltende Transsexuellengesetz müsse aufgehoben und durch ein moderneres Gesetz zur Anerkennung und Stärkung von geschlechtlicher Vielfalt ersetzt werden, betonte Barleys Parteikollegin und Familienministerin Franziska Giffey.

Mit Material von dpa


Today

Weil er ein umstrittenes T-Shirt trug, löschte ihn der WDR zunächst aus einer Sendung
"Barista, Barista, Antifascista" – die wichtigsten Fragen.

Was ist passiert?

Anfang der Woche war in der WDR-Morgensendung "Live nach Neun" Carlo von Bülow zu Gast, der Deutsche Meister in Latte Art. Er sollte zeigen und berichten, wie er Bilder mit Kaffeeschaum malt. Allerdings schnitt der WDR den Auftritt von Bülow in der Mediathek nachträglich zunächst heraus – wegen seines T-Shirts

Darauf sind eine Espressokanne und der Spruch "Barista, Barista, Antifascista" abgebildet. Noch während der Sendung hatten sich Zuschauer beschwert (übermedien.de). Der Verein "Ein Prozent für unser Land" rief auf Facebook zu einem Shitstorm auf und schrieb, bei der "inhaltlich seichten Vormittagssendung der ARD" dürfe ein Gast seine "verblödeten linksextremen Botschaften" absetzen. Der Verein arbeitet eng mit den "Identitären" zusammen (SPIEGEL ONLINE) und wird vom rechtsradikalen Burschenschaftler Philip Stein geleitet (taz).

Der WDR reagierte, indem er die Passage in der Mediathek aus der Sendung schnitt – was wiederum andere Zuschauer erzürnte.