Bild: Facebook/Deutscher Basketball-Bund
So sieht das Video aus.

Schwarzer Hintergrund, schnelle Schnitte. Nur wenige Augenblicke schauen die Spieler der deutschen Basketball-Nationalmannschaft einzeln in die Kamera. Sie sagen ihre Namen, Robin Benzing, Dennis Schröder und so weiter. Danach sagt jeder einzelne: "Deutschland". Am Ende des kurzen Clips sieht man die Mannschaft gemeinsam in einer Basektball-Halle, sie tragen T-Shirts, auf denen steht: "Wir sind mehr". 

Mit dem Video wolle die Mannschaft ein Zeichen gegen Rassismus und für Toleranz setzen, schreibt der Deutsche Basketball-Bund bei Facebook. Es ist kein schnell hingeschriebener Text-Post, sondern ein aufwendig produziertes Video, mit dem die Mannschaft zeigen will: Wir sind gegen Rechts, gegen Hetze und Gewalt. 

Der Deutsche Basketball-Bund veröffentlichte das Video vor dem WM-Qualifikationsspiel gegen Israel am Sonntag in Leipzig. Wohl in der Hoffnung, an diesem Tag für die Aktion noch mehr Aufmerksamkeit zu bekommen. 

Deutsche Basketball-Nationalmannschaft - Wir sind mehr

Angesichts der menschenverachtenden Demonstrationen der letzten Wochen und des Anstiegs des Rechtspopulismus in Deutschland generell haben wir, die Spieler der deutschen Basketballnationalmannschaft, beschlossen ein Zeichen zu setzen. Wir stehen heute auf gegen Fremdenfeindlichkeit und Rassismus. Wir stehen auf für Menschlichkeit und plädieren für Dialog statt Hetze und Gewalt. Wir stehen an der Seite all jener, die sich mutig für den Erhalt unserer offenen und toleranten Gesellschaft einsetzen. #Wirsindmehr

Posted by Deutscher Basketball Bund on Sunday, September 16, 2018


"Angesichts der menschenverachtenden Demonstrationen der letzten Wochen und des Anstiegs des Rechtspopulismus in Deutschland generell haben wir, die Spieler der deutschen Basketballnationalmannschaft, beschlossen ein Zeichen zu setzen", schreibt der Basketball-Bund dazu.

Und weiter:

Wir stehen an der Seite all jener, die sich mutig für den Erhalt unserer offenen und toleranten Gesellschaft einsetzen.
Basketball-Nationalmannschaft

Nach den rechten Aufmärschen in Chemnitz hatten sich bereits vor allem viele prominente Künstler gegen Rechts ausgesprochen, Konzerte veranstaltet (bento), oder wie Joko und Klaas öffentlich dafür geworben, aktiv zu werden (bento). Meist gekennzeichnet mit dem Slogan "Wir sind mehr". 

Sogar Helene Fischer hatte ihre Fans bei einem Konzert dazu aufgerufen, ihre Stimmen gegen Gewalt und Fremdenfeindlichkeit zu erheben (bento). 

Um viele bekannte Sportler hingegen war es still. Die Fußball-Nationalmannschaft, die noch unter dem Motto "Zusammen" zur WM fuhr, findet seit Wochen keine Worte, um sich für ein offene, tolerante Gesellschaft auszusprechen – und gegen Rassismus

Seit Mesut Özils Rücktritt aus der Nationalmannschaft Ende Juli ist es um die Nationalelf still. Özil hatte dem DFB damals in einem ausführlichen Statement Rassismus vorgeworfen und über DFB-Präsident Grindel gesagt: 

"Für Grindel bin ich Deutscher, wenn wir gewinnen, aber Einwanderer, wenn wir verlieren."
Mesut Özil

Danach bestritten einige Nationalspieler, dass es Rassismus in der Mannschaft gegeben habe – dabei hatte Özil das nie behauptet. Ansonsten schwieg der größte Sportverband der Welt einfach. Wochenlang. Auch nach den Ausschreitungen in Chemnitz.

Ein gemeinsames Statement, in dem die Mannschaft ihre Prominenz und Vorbildfunktion nutzt, um sich ebenfalls gegen Rassismus und für Toleranz auszusprechen? 

Fehlanzeige.

Die Basketball-Nationalmannschaft zeigt jetzt, dass es auch anders geht.

Mit Material von dpa 


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