Bild: dpa/Claus Völker

An der Elly-Heuss-Knapp-Schule in Darmstadt sind in der Zeit von 1961 bis 1994 mindestens 35 Schüler von einem Lehrer missbraucht worden. Das geht aus einem Bericht hervor, den das hessischen Kultusministerium in Wiesbaden vorgestellt hat (SPIEGEL ONLINE I).

Hinter der Untersuchung stecken zweier Juristinnen – jene beiden, die bereits 2010 die berüchtigten Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule dokumentiert hatten.

Was ist über die Fälle in Darmstadt bekannt?
  • Der Bericht umfasst 170 Seiten und wertet die Tagebücher des Lehrers, Notizen seiner Opfer und Aussagen von knapp einem Dutzend Betroffener aus. Demnach hat der Täter ab 1954 als Lehrer gearbeitet, spätestens 1961 vergriff er sich erstmals an Kindern. Er soll es gezielt auf Jungs in oder kurz vor der Pubertät abgesehen haben.
  • Bis ins Rentenalter hinein, mindestens bis 1994, setzte er seine Taten fort. Oft soll er sich jahrelang an denselben Kindern vergangenen haben. Insgesamt 35 Fälle sind gesichert, die Dunkelziffer ist angesichts des langen Tatzeitraums aber wohl deutlich größer.
  • Der Lehrer soll sich das Vertrauen seiner Schüler durch langsame Annäherung und Streicheleien erarbeitet haben. Später verging er sich an den Jungs. Einige übernachteten auch bei ihm – der Lehrer hatte die Eltern davon überzeugt.
Was wird für die Opfer getan?

Der Bericht sei "ein Dokument unsäglicher Taten und nicht wieder gut zumachenden Leids", sagte der hessische Staatssekretär Manuel Lösel. Er bat die Opfer für das "Versagen seitens der damaligen Lehrkräfte, der Schulleitung und der Schulverwaltung" um Entschuldigung. Hessen wolle ein symbolisches Schmerzensgeld in Höhe von 10.000 Euro an jedes Opfer zahlen. (SPIEGEL ONLINE II)

Hier können sich Betroffene und Zeugen melden.

An welche konkreten Adressen kann ich mich wenden, wenn ich oder andere Opfer sexueller Belästigung werden?

Hast du Ähnliches erlebt? Hier findest du Hilfe

Das Hilfetelefon "Gewalt gegen Frauen" vom Bundesamt für Familie und zivilgesellschaftliche Aufgaben (Tel.: 08000 116016) bietet rund um die Uhr direkte kostenfreie Hilfe in 15 verschiedenen Sprachen an. Möglich sind auch Online-Beratungen.

Die Telefonseelsorge von evangelischer und katholischer Kirche ist unter Tel.: 0800 1110111 kostenfrei zu erreichen.

Speziell für muslimische Frauen bietet das Muslimische SeelsorgeTelefon kostenfreie Hilfe unter Tel.: 030 443509821.

Die Hilfsorganisation Caritas bietet Online-Beratungen und direkte Hilfe vor Ort: In vielen Städten betreibt die Caritas Beratungsstellen, an die du dich wenden kannst, wenn du persönliche Hilfe benötigst.

Opfer von Kriminalität und Gewalt können sich an den Weißen Ring wenden, der telefonisch und persönlich weiterhilft. Das bundesweite Opfer-Telefon ist aus jedem Ort Deutschlands ohne Vorwahl unter Tel.: 116006 zu erreichen.

Was passiert mit dem Täter?

Der beschuldigte Lehrer war 2005 bereits wegen sexuellen Missbrauchs in 15 Fällen zu vier Jahren Haft verurteilt worden. Für die neuen Fälle kann er nicht mehr belangt werden: Er starb drei Jahre später.

Wer sind die Juristinnen, die die Fälle aufgedeckt haben?

Mit dem Bericht waren Brigitte Tillmann, die ehemalige Präsidentin des Oberlandesgerichts Frankfurt, und die Rechtsanwältin Claudia Burgsmüller beauftragt.

Die Juristinnen hatten bereits die Missbrauchsfälle an der Odenwaldschule dokumentiert. In den 1970ern und 1980ern wurden dort mindestens 132 Schüler sexuell missbraucht. Im März 2010 kamen die Fälle an die Öffentlichkeit.

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