Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der Boxerin.

Zeina Nassar boxt. Und das tut sie so gut, dass sie im September 2018 Deutsche Box-Meisterin in der Gewichtsklasse 57 Kilogramm wurde. Der Sieg im Ring war aber nicht ihr einziger Erfolg – beinahe genauso wichtig war für Zeina, dass sie überhaupt in den Ring durfte. Denn Zeina ist Muslima und kämpft mit Kopftuch.

Das war im Boxsport lange nicht erlaubt. Die 20-Jährige hatte beim Deutschen Boxsport-Verband daher extra eine Änderung der Wettkampfbestimmungen erzwungen. (bento

Für viele junge Muslima in Deutschland ist die Sportlerin daher mittlerweile zum Vorbild geworden. Sie zeigt, dass es kein Widerspruch ist, seinen Glauben auszuleben – und trotzdem eigene Träume und Ziele zu haben. Und dass es nicht die Schublade für "Kopftuchmädchen" gibt, wie es von Rechtspopulisten immer wieder behauptet wird.

Wir haben mit Zeina Nassar über ihre neuen Vorhaben für 2019 gesprochen.

Was war dein größter Erfolg im vergangenen Jahr?

Ich bin in diesem Jahr, genau am 8. September, deutsche Meisterin im Boxen geworden. Bisher war ich fünf Mal in Folge Berliner Meisterin – den deutschen Titel zu gewinnen, war aber schon immer mein großes Ziel. Und genau diesen Traum habe ich mir erfüllen können.

Welche Herausforderung gab es dabei – und wie hast du sie gemeistert?

Jedes einzelne Training war eine Herausforderung! Ich muss mich immer wieder auf's Neue motivieren, immer weiter an mir arbeiten. Und beim Boxen ist ja auch jede Gegnerin anders. Also studiere ich genau ihre Bewegungen, ihren Kampfstil.

Neben dem Ring gab es aber noch die Herausforderung, überhaupt als Boxerin mit Kopftuch anerkannt zu werden. Meine Trainerin hat mir da sehr geholfen und sich beim deutschen Box-Verband für eine Änderungen der Bestimmungen eingesetzt. So durfte ich überhaupt erst am Meisterschafts-Wettkampf teilnehmen.

Was ist dein persönlicher Wunsch für 2019? 

Auf jeden Fall will ich den Titel verteidigen – der Kampf wird in meiner Heimatstadt Berlin stattfinden. Dort wieder deutsche Meisterin werden, das wäre mein Highlight.

Dann möchte ich aber auch gerne bei der Europa-Meisterschaft kämpfen. In meiner Altersklasse gelte ich derzeit als beste Deutsche. Leider gilt beim europäischen Wettkampfbestimmungen noch das Kopftuchverbot im Ring – derzeit führen wir Gespräche mit dem Verband, diese Regelung zu ändern.

Was brauchst du, um es umzusetzen? 

Um zu gewinnen? Da brauche ich eine gute Vorbereitung, viel Training, ein positives Umfeld. Und für die Möglichkeit, in Europa kämpfen zu dürfen? Tja, das müssen die Gespräche zeigen. Aber am Ende sollte es ja nicht ums Kopftuch gehen, sondern um meine sportlichen Leistungen. Ich hoffe, dass auch die Verbände das so sehen.

19 für 2019

Sie helfen Menschen in Not, retten Bäume für das Klima, kämpfen für faire Löhne, engagieren sich gegen Rechts, streiten für Gerechtigkeit und sind ganz einfach Vorbilder: Wir stellen 19 junge Menschen vor, die uns 2018 inspiriert haben – und von denen wir 2019 noch viel hören werden. Hier geht es zur Übersicht


Gerechtigkeit

19 für 2019: Hannah Hübner heißt Geflüchtete willkommen
Deshalb freuen wir uns auf 2019 mit der Aktivistin.

Als Hannah Hübner, 30, die fragwürdigen Plakate des Innenministeriums sah, dachte sie: Jetzt ist Zeit, etwas zu unternehmen. Für 1000 Euro extra sollten Geflüchtete dazu bewegt werden, bis Ende des Jahres auszureisen. Titel der Kampagne: "Dein Land. Deine Zukunft. Jetzt." 

Die Eventmanagerin hielt dagegen und startete eine Petition. Sie forderte: Die Plakate müssen weg und Innenminister Horst Seehofer zurück nach Bayern. Mehr als 30.000 Menschen unterschrieben. (bento)

Zwar sind sowohl Plakate als auch Seehofer noch da – aber das Ministerium lud Hübner zu einem Termin. Dort sprach sie zusammen mit Migrationsverbänden vor und machte klar: Diese Kampagne war Mist.

Wir haben mit Hannah Hübner über ihr aufregendes Jahr gesprochen – und was sie sich für das kommende vorgenommen hat.