Bild: Twitter/Jüdisches Forum
Jetzt wird gegen die Beamten ermittelt.

Die Cottbuser Polizei ermittelt gegen eigene Kolleginnen und Kollegen. Der Grund: Sie standen am Sonntag tatenlos neben einer Gruppe von mutmaßlichen Neonazis, die auf dem Marktplatz die weißen Zipfelmützen des Ku-Klux-Klans (KKK) aufzogen.

Was war genau passiert?

Mehrere Hundert Fans zogen nach der Aufstiegsfeier des FC Energie Cottbus durch die Stadt. Auf dem Altmarkt präsentierten dann einige Fans ein Banner. Die Aufschrift: "Aufstieg des Bösen". Eine Filmbiografie über Adolf Hitler trägt denselben Namen. 

Auf dem Banner zu sehen: Das Kreuz des Ku-Klux-Klans. Dazu trugen die Fans die weißen Zipfelmützen des KKK und zündeten Bengalos an.

(Bild: Screenshot Jüdisches Forum)

Und die Polizisten?

Drei Polizistinnen oder Polizisten standen daneben, fotografierten und dokumentierten die Aktion. Sie griffen aber nicht ein, sie stellten auch nicht fest, wer unter den Mützen steckte. Das räumte das Polizeipräsidium in Potsdam nun ein.

Angeblich sollen sie die KKK-Mützen nicht erkannt haben. Ihre Verteidigung: Sie hätten gedacht, dass die Mützen normale Masken seien, die Fans würden sie tragen, um wegen der Bengalos nicht erkannt zu werden. (rbb)

Die ganze Aktion dauerte wohl mehrere Minuten, die Fans wollten ein Foto schießen. Bekannt wurde die Aktion erst am Montag, nachdem das Foto im Internet kursierte.

Wie reagiert der Innenminister?

Er ist nicht begeistert.

Wenn Polizisten die Zeichen des Ku-Klux-Klan nicht kennen, stößt das bei mir auf Verständnislosigkeit. Dazu fällt mir nichts mehr ein.
Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter (SPD)​ im Landtag

Er kritisierte, dass die Polizistinnen nicht eingegriffen hätten. Die Identität der mutmaßlichen Neonazis hätten die Polizisten ihm zufolge auf jeden Fall feststellen müssen, auch wenn sie die KKK-Symbole tatsächlich nicht erkannt haben. Die Polizistinnen hätten allein schon wegen Verstößen gegen das Vermummungs- und Demonstrationsverbot und der illegalen Bengalos einschreiten müssen.

Es bestehe der Verdacht der Strafvereitelung. Deswegen wird nun gegen die Cottbuser Polizeiführerin und weitere Polizisten ermittelt.

Was ist in Cottbus los?

Die Stadt gilt als Zentrum der Rechtsextremisten in Brandenburg. Rechtsextreme Hooligans des Clubs stehen seit Jahren im Visier der Behörden. Nach Recherchen des rbb und Potsdamer Neuen Nachrichten haben Neonazi-Fans ein kriminelles Netzwerk im Club aufgebaut.

Im Verfassungsschutzbericht von 2016 wurden die Hooligan-Gruppe "Inferno Cottbus" und ihre Nachwuchstruppe "Unbequeme Jugend" als Neonazi-Gruppen aufgeführt, anschließend löste sich "Inferno Cottbus" formal auf. Vermutet wird, dass sie im Hintergrund weiter aktiv ist (Potsdamer Neueste Nachrichten).

Noch im Januar 2017 vermummten sich mehr als Hundert Neonazis und marschierten mit Fackeln über den Altmarkt. Eine Art Machtdemonstration, die Polizei kam zu spät.

Mittlerweile versucht der Verein, sich gegen Nazis zu engagieren, verurteilte auch die KKK-Demo auf dem Altmarkt. Auch am Sonntag wurde aber ein Anti-Nazi-Transparent der "Energie-Fans gegen Nazis" abgerissen. Die Gruppe sprach von Beleidigungen und tätlichen Angriffen auf ihre Mitglieder. (Tagesspiegel)

Noch vor wenigen Tagen hatte Cottbus-Trainer Dieter Wollitz mit einer Wutrede für Aufsehen gesorgt, in der er sich darüber beklagte, dass sein Verein ein Nazi-Image habe. 

Der Club werde zu Unrecht in die rechte Ecke gestellt:

Pele Wollitz nach dem Finale

❗️Pele Wollitz pur❗️ FC Energie Cottbus | SV Babelsberg 03 | AOK-Landespokal Brandenburg

Posted by rbb Sport on Monday, May 21, 2018


Nach dem Aufstieg soll er die Zeile "Spieler, ihr Zigeuner" gerufen haben:

Mittlerweile hat sich Wollitz für den Gesang entschuldigt


Today

Dänemark führt Verhüllungsverbote für Muslima ein
Aber will es nicht Verbot nennen.

In Dänemark sollen Frauen nicht mehr tragen dürfen, was sie wollen. Ab August dürfen muslimische Frauen ihr Gesicht in der Öffentlichkeit nicht mehr verhüllen, weder die eigentlich nur in Afghanistan übliche Burka noch der Gesichtsschleier Nikab sind erlaubt. 

Das Gesetz wurde mit 75 Ja-Stimmen bei 30 Gegenstimmen angenommen. Bei einem ersten Verstoß droht eine Geldstrafe in Höhe von 135 Euro – wird eine Frau zum zweiten Mal erwischt, drohen wir sogar 1350 Euro Strafe. (SPIEGEL ONLINE