Bild: dpa/Oliver Berg

Seit der Silvesternacht wird in Deutschland der Begriff "Nafri" diskutiert – und ob seine Verwendung rassistisch ist (mehr dazu lest ihr hier). Einer, der sich aktiv gegen die Formulierung einsetzt, ist Ex-Pirat und SPD-Mitglied Christopher Lauer. Auf Twitter und per Mail wird er dafür angefeindet.

Nun hat Lauer zurückgeschlagen.

Auf Twitter veröffentlichte Lauer den Screenshot einer Mail von einem AfD-Anhänger. Mit Klarnamen und Arbeitsort – denn der Schreiber hatte Lauer von seiner Arbeitsmail aus angeschrieben. Er ist bei einer Kreissparkasse in Hessen angestellt.

In der Mail erklärt der Schreiber, dass die AfD die "einzig wahre Partei" sei. Lauers kritische Haltung zum Begriff "Nafri" habe ihn endgültig überzeugt, dass von der SPD nichts mehr zu erwarten sei. Sie solle "in der Bedeutungslosigkeit" versinken, "es ist langsam unerträglich".

Nach der Mail wandte sich Lauer auch an den Arbeitgeber: "Ist das eine offizielle Wahlempfehlung oder wie soll ich diese Mail über Firmenadresse verstehen", fragte er in einem weiteren Tweet.

Und begründete sein Outing:

Der "WAZ" zufolge erklärte die Sparkasse öffentlich, ihren Mitarbeiter für seine E-Mail gerügt zu haben. Demnach sei es Mitarbeitern untersagt, dienstliche Accounts für parteipolitische Mitteilungen zu nutzen.

Da Sparkassen Anstalten des öffentlichen Rechts sind, müssen sich ihre Mitarbeiter zur Neutralität verpflichten. Als Privatperson dürfen sie natürlich politische Äußerungen tätigen.

Später reagierte die Sparkasse mit einer Beurlaubung:
Für seinen Onlinepranger bekam Lauer viel Zuspruch – aber auch Kritik. Die beiden Hauptargumente:
  • Die einen stimmten zu, dass man Position beziehen muss und AfD-Wählern das Netz nicht als Raum für ihre Pöbeleien überlassen darf. Zu oft würden Politiker an einen virtuellen Pranger gestellt.
  • Die anderen kritisierten, dass ein Mann bloßgestellt wurde, der sich in seiner Mail gar nicht beleidigend geäußert hatte. Die Tochter des Betroffenen sagte der "WAZ, ihr Vater sei nun einem Spießrutenlauf ausgesetzt. Man wolle juristisch gegen Lauer vorgehen.

Lauer selbst hat sich später laut eigener Aussage für den Sparkassen-Mitarbeiter eingesetzt:

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Queer

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"Mein Geschlecht ist mir absolut egal."

Laura und Alex sind seit fünf Jahren ein Paar, verheiratet und wohnen zusammen. Doch mit einem klassischen Ehepaar haben die beiden wenig gemein: Sie leben nicht nur in einer offenen Beziehung, sondern sind beide pansexuell.

Hier erzählen sie, wie  ihre Pansexualität entdeckt haben und wie sie als Paar ihr Sexleben gestalten.