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Zwölf Sätze. Mehr braucht der Brief nicht, um seine Nachricht unmissverständlich rüberzubringen. Sie lautet: 

  • Ein paar Rechte sprechen nicht für Deutschland. 
  • Sie sind nicht die Mehrheit
  • Und die Mehrheit hat die Schnauze voll von ihnen.

Der offene Brief ist auf der Website von Avaaz zu finden. Er wurde kurz nach den gewalttätigen Protesten in Chemnitz veröffentlicht und hat innerhalb von drei Tagen bereits mehr als 260.000 Unterschriften bekommen. 

Was steht drin?

Unter dem Titel "Chemnitz: Wir haben ein Problem" steht Folgendes:

"An alle Rechten und Nazis, Identitären und 'besorgten Bürger' – und alle, die befürworten, was diese Woche in Chemnitz passiert ist: Das ist nicht euer Land. Das sind nicht eure Straßen. 

Hier werden keine Hitlergrüße gezeigt und erst recht keine Menschen aufgrund ihres Aussehens oder ihrer Herkunft gejagt. 

Zu lange waren wir zu leise und haben euch zugesehen. Damit ist jetzt Schluss. 

Ihr könnt noch so oft 'Wir sind das Volk' brüllen -- ihr seid es nicht. Ihr seid nicht Deutschland. Ihr seid nicht Sachsen. Ihr seid nicht Chemnitz. 

Deutschland sind wir alle. Wir haben alle Hautfarben und Religionen, Wurzeln in der ganzen Welt und sprechen alle Sprachen dieser Erde. 

Ab heute gilt: Die stille Mehrheit schweigt nicht mehr."

Wer steckt dahinter?

Die Organisation selbst. Avaaz ist ein Netzwerk, das Bürger-Kampagnen organisiert, um damit mehr Beteiligung ein Einfluss der Menschen zu erreichen. Bei der aktuellen Kampagne ist auch #MeTwo-Begründer Ali Can involviert. 

Er teilte den Brief auf seiner Facebookseite und schrieb dazu, das Ziel sei, den Brief in der Chemnitzer Zeitung abzudrucken.

Mit Avaaz haben wir ein Ziel: Unsere Petition in der Chemnitzer Zeitung drucken lassen. Kein Platz den Rechtsextremen!...

Posted by Ali Can on Thursday, August 30, 2018

Ob das geschieht, wird sich zeigen. Während des Wartens kann man sich aber auch noch anders engagieren:


Gerechtigkeit

Kacken nur mit Karte: Wittener Schülerinnen und Schüler dürfen nur mit Ausweis aufs Klo
Drei Fragen, drei Antworten

Aus Einsen und Sechsen werden Einsen und Nullen: Das Albert-Martmöller-Gymnasium (AMG) im nordrhein-westfälischen Witten führte mit Beginn des neuen Schuljahres einen elektronischen Schülerausweis ein. Der sorgt allerdings für Kritik aus dem Datenschutz-Lager. 

Der Grund: Ab sofort lassen sich viele Toiletten der Schule nur noch mit dem elektronischen Ausweis öffnen. Der Zugang wird zudem protokolliert, zwei Lehrer haben Zugriff auf die Daten und können sehen, wer wann auf Klo war. (WAZ)