#FreeChelsea

Am Mittwoch ist Chelsea Manning nach sechs Jahren und 51 Wochen aus dem Gefängnis freigekommen. Manning hatte dem Enthüllungsportal WikiLeaks mehr als 700.000 geheime Dokumente des US-Militärs zugespielt: Einsatzberichte aus Afghanistan und Irak.

Die Welt sollte selbst sehen können, was Manning als Geheimdienst-Analyst des Militärs gesehen hatte: rücksichtslose Soldaten, sinnlose Operationen, Kriegsverbrechen.

Die WikiLeaks-Enthüllungen machten Schlagzeilen. Darunter ist ein Video, in dem eine Helikopterbesatzung in Bagdad eine Gruppe Menschen tötet und dabei zynische Sprüche ablässt. Später stellt sich heraus, dass es sich um Zivilisten handelte, darunter Kinder und zwei Reuters-Fotografen. WikiLeaks nannte das Video "Collateral Murder".

In den enthüllten Dokumenten werden noch schlimmere Einsätze beschrieben, darunter ein Luftangriff in Afghanistan, bei dem hundert Zivilisten getötet wurden.

Die Whistleblowerin hieß damals, mit 22 Jahren, noch Bradley Manning. Nachdem sie im Irak festgenommen wurde, verurteilte man sie zu 35 Jahren Gefängnis. In Gefangenschaft wurde Manning isoliert und versuchte zweimal, sich das Leben zu nehmen.

Zuletzt saß sie im einzigen Hochsicherheitsgefängnis des US-Militärs in Fort Leavenworth in Kansas. Sie berichtete, wie hart dort das Leben als Transfrau ist, auch wenn sie schließlich mit einer Hormontherapie beginnen konnte. 

Kurz vor Ende seiner Amtszeit hatte Präsident Barack Obama sie begnadigt.

Die Verantwortlichen für fehlgeschlagene Operationen und tote Zivilisten wurden hingegen nicht belangt.

In Freiheit wartet ein Unterstützer-Netzwerk auf die heute 29-jährige Manning. Und eine Armee von Kameras. 

Mehr über Chelsea Manning:


Gerechtigkeit

Dieser Inder kämpft für Frauenrechte und gegen Missbrauch in der Ehe

Eine Vergewaltigung ist eine Vergewaltigung, egal ob in einer Ehe oder nicht. So weit, so klar. Aber: In Deutschland gilt eine Vergewaltigung in der Ehe erst seit 20 Jahren als Vergewaltigung. Bis 1997 galt Missbrauch in der Ehe noch als Nötigung (Zeit Online). Unter Nötigung versteht man, dass man Jemanden zu etwas zwingt – das kann mit bis zu drei Jahren Freiheitsstrafe geahndet werden. (Strafgesetzbuch).