Bild: Federico Gambarini / dpa
Sie hatte sich erlaubt, die anteilige Redezeit im Stadtrat zu messen.

Frauen kommen im Düsseldorfer Stadtrat deutlich seltener zu Wort als Männer. Das hat das Gleichstellungbüro des Rats in einer eigenen Untersuchung bereits am Anfang des Monats festgestellt. Das Ergebnis: Obwohl 40 Prozent der Ratsmitglieder Frauen sind, kamen diese bei der Sitzung im Juni nur auf 30 Prozent der Gesamtredezeit, bei der im Juli sogar auf noch weniger. (RP Online)

Die CDU in Düsseldorf kritisiert das jetzt. Aber nicht die ungleiche Verteilung der Redezeit – sondern die Untersuchung des Gleichstellungsbüros

In einer Anfrage, die die Fraktion für die kommende Sitzung des Gleichstellungsausschusses eingereicht hat, heißt es laut RP Online: "Die CDU-Ratsfraktion ist über das Vorgehen des Gleichstellungsbüros und dessen Prioritätensetzung sehr irritiert." 

Die CDU zweifelt die Aussagekraft der Untersuchung an und beschwert sich außerdem darüber, dass die Gleichstellungsbeauftragte Elisabeth Wilfart die Ergebnisse an die Medien weitergegeben habe, "ohne die zuständigen Gremien einzubinden." (RP Online)

Sabine Schmidt, Mitglied im Fraktionsvorstand der CDU, sagt gegenüber bento: "Es ist in meinen Augen nicht die Aufgabe der Gleichstellungsbeauftragten, Redezeiten zu kontrollieren." Die Veröffentlichung der Untersuchung sei so rüber gekommen, "als ob man uns Frauen das Reden verbietet". Diesen Eindruck würden viele Kolleginnen von ihr teilen, fraktionsübergreifend. Namen will Schmidt aber keine nennen. 

Die Gleichstellungsbeauftrage Elisabeth Wilfart sieht das anders: 

Wir haben am Montag auch 100 Jahre passives Frauenwahlrecht gefeiert. Frauen sind aber immer noch quantitativ unterrepräsentiert. Auch bei uns im Stadtrat sind die Gremien, Ausschüsse und Fraktionsvorsitze sehr männlich. Es ist meine Aufgabe, darauf hinzuweisen, dass es da noch keine Parität gibt.

Sie fände es schade, dass sich die CDU nicht darauf konzentriert, Frauen und Mädchen zu politischer Partizipation zu bewegen. 

Was könnte sich ändern?

Die grüne Fraktionschefin Angela Hebeler hatte zuvor gefordert, die Redezeit testweise zu quotieren. Männer und Frauen sollten grundsätzlich abwechselnd zu Wort kommen. (bild.de)

Elisabeth Wilfart findet das interessant: "Parität ist schließlich nichts Exotisches, das gibt es in anderen Ländern schon lange."

Sabine Schmidt von der CDU hält auch davon nichts: "Das wäre fachlich nicht sinnvoll. Ich halte mich an die Themen, von denen ich Ahnung habe." Es bleibe aber jeder oder jedem überlassen, sich zu allen Themen zu Wort zu melden. Ein Redeverbot gebe es nicht, so Schmidt. 

Die Gleichstellungsbeauftragte Wilfart hofft hingegen, dass die Frauen im Stadtrat sich bald öfter zu Wort melden:

Das sage ich als Urenkelin der Frauen, die für das Wahlrecht gekämpft haben: Macht was, Frauen!



Today

Diese Abgeordnete hat ihre erste Woche im US-Kongress – und wird direkt mal für ihr Outfit kritisiert
Weil es ja nichts Wichtigeres gibt, worüber man mit Alexandria Ocasio-Cortez reden könnte. 🙄

Alexandria Ocasio-Cortez ist sowas wie der Anti-Trump. Sie ist jung, sie ist demokratisch, sie ist eine Frau – und gerade in den US-Kongress eingezogen (bento).

Die 29-Jährige mit den puerto-ricanischen Wurzeln vertritt das 14. Kongressdistrikt von New York, das Teile der Bronx und Queens umfasst. Sie selbst ist dort groß geworden. Bei ihren Wählerinnen und Wählern punktete sie im Wahlkampf mit Vorhaben wie kostenlosen Colleges, staatlicher Krankenversicherung und Abschaffung der Grenzpolizei. Sie selbst nennt sich eine "demokratische Sozialistin".

Und damit hat es Alexandria Ocasio-Cortez im immer noch von älteren weißen Männern dominierten Repräsentantenhaus nicht unbedingt leicht. 

Das wurde deutlich, als sie vergangene Woche in einem Interview zugab, dass sie sich keine Wohnung in Washington D.C. leisten könne, bevor sie das erste Gehalt von ihrem neuen Job bekommt. (New York Times)

Das wurde auch deutlich, als sie vergangene Woche ihre ersten Arbeitstage im Kongress hatte – und direkt von einem Reporter kritisiert wurde. Und zwar für ihr Outfit.

Was steht in dem Tweet?

Eddie Scarry, ein Reporter des Washington Examiner, tweetete ein Foto von Ocasio-Cortez, das sie von hinten zeigt. Sie geht einen Flur entlang, ist – soweit man das erkennen kann – im Business Look gekleidet.

Und dieser Look ist scheinbar ein Problem für Scarry. Denn er kommentierte: