Bild: dpa / Sebastien Nogier

Hat die Polizei am Strand von Nizza die verhüllte Frau wirklich gezwungen, ihre lange Kleidung abzulegen?

Die Deutsche Welle hat bei den Behörden nachgefragt, wie es zu den Bildern kam, die seit Dienstag europaweit für eine Debatte um das französische Burkini-Verbot sorgen. Polizei und Stadtverwaltung wehren sich gegen die Darstellung, die Beamten hätten Zwang ausgeübt.

"Die Frau wollte zeigen, dass sie einen Badeanzug trägt – aber keiner hat sie dazu gezwungen, ihr Oberteil auszuziehen", sagt Erwann Le Hô, Sprecher der Stadt Nizza der Deutschen Welle. "Die Polizisten haben ihr gesagt, dass sie nur ohne die Tunika am Strand bleiben darf. Aber sie hat sie wieder angezogen. Also musste sie eine Strafe von 38 Euro zahlen. Kurze Zeit später hat sie den Strand verlassen – friedlich."

Ein Sprecher der Polizei stellte klar, man dürfe Menschen bei einem einfach Erlass zu nichts zwingen. Bei der Frau nachzufragen ist schwierig, denn ihr Name ist nicht bekannt.

Um diese Bilder geht es

Egal, wie die Polizisten vorgegangen sind: Fakt ist, Frauen, die in mittlerweile rund 20 Gemeinden in Frankreich verhüllt am Strand liegen, werden von Polizisten kontrolliert.

Die Politiker vor Ort, die sich die Verbote ausgedacht haben, rechtfertigen sich: Man könne den Burkini mit Terrorismus assoziieren. Dadurch könnten Auseinandersetzungen entstehen.

Nun sorgt das Verbot für Ausgrenzung und immer größere Gräben zwischen Menschen mit unterschiedlichen Religionen.

Als am Strand von Cannes eine Frau Strafe zahlen musste, weil sie Leggings, eine Tunika und ein Kopftuch trug, applaudierten viele Menschen. Ein Beobachter sagte: "Das Traurigste war, dass die Menschen 'geh nach Hause' riefen, einige haben applaudiert." Und die Tochter habe geweint. (bento)

Frankreich muss sich fragen: Steht das Land immer noch für die Werte Freiheit und Gleichheit – und kann man diese mit einem Burkini-Verbot verteidigen?

Noch ein Kommentar zum Burkini

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