Bild: Marc Röhlig
Woran sich erkennen lässt, dass die Meldung Unsinn ist.

Die Meldung ist natürlich großartig: Selbst der Terrormiliz "Islamischer Staat" gehe die Burka zu weit. "Aus Sicherheitsgründen" werde die Vollverschleierung im irakischen Mossul ab sofort verboten. Schon mehrfach hätten Frauen in Burka IS-Kämpfer angegriffen und niedergestochen. Mit dem neuen Verbot würde sich die Terrormiliz nun vor den wild gewordenen Muslima schützen.

Die Meldung wurde unter anderem vom rechten Blog PI-News und von der populistischen Verlagsseite Compact geteilt. Ihre Artikel füllen sie mit reichlich Häme: Deutsche "islamanbiedernde Politiker" könnten von der Mörderbande in Sachen Sicherheitsfragen dazu lernen, heißt es.

Allein: Das vermeintliche Burkaverbot des IS ist ein Fake.

Die deutschen Seiten beziehen sich vor allem auf englische Boulevardmedien. Die wiederum haben ihre Informationen von der englischsprachigen Seite "Iran Front Page", die Texte aus iranischen Medien übersetzt. "Iran Front Page" nennt dann genau eine einzige Quelle für das angebliche Burkaverbot des IS: einen "Informanten aus Ninawa".

Ninawa ist eine Provinz im Nordirak, Mossul ist die Regionalhauptstadt. Vor mehr als zwei Jahren hat der IS Mossul überrannt, die irakischen Soldaten wurden vertrieben. Seitdem ist die ehemals zweitgrößte Stadt im Irak eine IS-Hochburg, die Bewohner werden unterdrückt und mit hohen Steuern erpresst.

Da sich der Iran im Syrienkrieg engagiert und auch im Irak gegen den IS kämpft, verbreiten iranische Medien oft Propaganda – wie zum Beispiel die Geschichte vom "Persischen Hulk":

"Iran Front Page" bezieht sich mit seiner angeblichen Quelle auf die Seite Al-Alam News, eine iranische Nachrichtenseite. Dort findet sich aber: nichts. Kein einziger Artikel zum Thema Burkaverbot in Mossul ist dort in den vergangenen Tagen erschienen.

Was es stattdessen gibt: Einen Artikel über die Burka-Debatte in Europa. Er kommt zu dem Schluss, dass es auf beiden Seiten Extreme gebe: "Westliche Kolonialisten", die über die Frau bestimmen wollen, und "lokale Reaktionäre", die im Nahen Osten das Gleiche tun. Beide "vereinen ihre Kräfte im Kampf um unsere Körper".

Wie es wirklich um die Burka im Hoheitsgebiet des IS steht:

Im Gebiet des IS im Irak und in Syrien werden Frauen gezwungen, den Niqab zu tragen, einen Gesichtsschleier. Die Burka hingegen wird vor allem in Afghanistan getragen (bento).

Und wer trägt sonst noch so Kopftuch?
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Für den Niqab gibt es keine religiöse Grundlage. Den Muslima wird im IS-Hoheitsgebiet die Entscheidung genommen, ob und wie stark sie sich verhüllen wollen. Wer sich nicht verschleiert, wird gefoltert oder gar getötet, berichten Aktivisten. Auch Männer, die ihre Frauen nicht zur Verschleierung zwingen, würden von IS-Kämpfern bestraft werden.

So sieht es aus, wenn Frauen vom IS befreit werden:

Oder so:

Die Bilder zeigen: Muslima wollen selbst entscheiden, was sie tragen dürfen.

Mehr Artikel zum Thema Verschleierung:
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Trip

Die Abreise vom Burning Man endete in einem Stau. Neun Stunden lang.
Wacken ist nichts dagegen.

Das "Burning Man" ist vorbei, die Hipster verlassen die Wüste. Anders als in den vergangenen Jahren ging das dieses Mal aber nicht ganz ohne Probleme. Rund 70.000 Gäste haben das Festival in Nevadas Black-Rock-Wüste besucht. Die meisten steckten bei der Abreise am Sonntag und Montag in einem neun Stunden anhaltenden Stau fest.

Der Twitter-Account BmanTraffic berichtete über die Verzögerungen. Seit Jahren begleitet der Account die Abreise vom "Burning Man", damit nach den fröhlichen Hippie-Tagen wieder alle ihren geordneten Rückzug antreten können.

Diese Luftaufnahme zeigt den "Burning Man"-Stau: