Bild: dpa/Wolfgang Kumm
In einem vertraulichen Papier wird die Truppe kritisiert.

Bei der Bundeswehr gibt es Zoff um die Gleichstellung von schwulen Soldaten. Homosexuelle seien jahrzehntelang "erheblich" benachteiligt worden, heißt es in einem vertraulichen Papier des Verteidigungsministeriums, das dem SPIEGEL vorliegt. Vorgesetzte hätten ihnen "Berufswege verstellt" und Karrieren "verhindert".

Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) kritisiert mit dem Berichte ihre Amtsvorgänger. Die Diskriminierung sei "im Personalmanagement der Bundeswehr" Realität gewesen.

Schwulen ging es in der Bundeswehr schon immer schlecht.

Bis 1969 war Homosexualität in Deutschland noch strafbar. In der Bundeswehr galten Schwule auch danach noch als "Sicherheitsrisiken". Bis 1984 wurden sie ausgemustert oder entlassen – und noch bis 2000 durften Schwule nicht Berufssoldaten werden und weder als Vorgesetzte noch als Ausbilder tätig sein.

Justizminister Heiko Maas (SPD) will verurteilte Homosexuelle nun rehabilitieren und hat alle Ressorts um Stellungnahme gebeten. Das Verteidigungsministerium äußert sich bislang nicht dazu, ob es ebenfalls eine Stellungnahme an Maas geschickt hat.

Wie ist die Lage für homosexuelle Soldaten heute?

Im Jahr 2000 klagte ein schwuler Offizier vor dem Bundesverfassungsgericht, weil er sich benachteiligt fühlte und bekam Recht ("Die Zeit").

Die Folge: Homosexuelle Soldaten sollten ihre sexuelle Orientierung laut einem Erlass nicht mehr verheimlichen müssen. Die Bundeswehr verfolgte außerdem Beziehungen zwischen Soldaten und Soldatinnen nicht mehr dienstrechtlich.

Außerdem hat die Bundeswehr einen Gleichstellungsbeauftragten eingestellt und 2002 den Arbeitskreis homosexueller Angehöriger der Bundeswehr (AHsAB) gegründet. Homosexualität gilt unter vielen Kameraden immer noch als verpönt. Der AHsAB setzt sich daher für die Rechte von LGBT-Soldaten ein – "Diskriminierung und feindselige Gesinnung" soll abgebaut werden.


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