Bild: dpa/Ralf Hirschberger; Montage: bento
Die Regierung soll das jetzt herausfinden

In der Bundeswehr soll es geheime rechtsradikale Netzwerke geben, gar eine eigene "Schattenarmee". Was klingt wie eine Verschwörungstheorie sind Vorwürfe, die Recherchen der "taz" und des "Focus" unabhängig voneinander vergangene Woche ans Licht gebracht haben. Die rechten Soldaten sollen demnach an einem Umsturz gearbeitet haben.

Nun hat der Verteidigungsausschuss des Bundestags getagt – um herauszufinden, was an der "Schattenarmee" dran ist.

1 Das sagen die Recherchen der Journalisten:

  • Innerhalb der Bundeswehr soll es ein Netzwerk rechtsextremer Soldaten geben. Diese sind gut miteinander verknüpft, haben auch Kontakte zu Polizei und Geheimdiensten.
  • Im Zentrum soll der Rechtsterrorist André S. stehen, der sich selbst "Hannibal" nennt. 
  • "Hannibals" Plan: mit anderen Rechtsterroristen ausgewählte Menschen an "Tag X" in Deutschland angreifen, internieren und/oder umbringen. 
  • Der Soldat war beim Kommando Spezialkräfte (KSK), der Elitetruppe der Bundeswehr, vom Geheimdienst soll er vertrauliche Interna bekommen haben.

2 Das sagt die Bundeswehr:

Der Militärische Abschirmdienst (MAD) – der Bundeswehr-interne Geheimdienst – hat nach eigenen Angaben bislang keine Erkenntnisse über gewaltbereite extremistische Netzwerke in der Bundeswehr. Der Chef des Nachrichtendienstes der Bundeswehr, Christof Gramm, hatte erklärt: 

Politisch motivierte Gewaltbereitschaft spielt in der Bundeswehr keine Rolle.
MAD-Chef Christof Gramm

3 Das fordern jetzt Politikerinnen und Politiker:

Dass Verteidigungsministerin Ursula von der Leyen (CDU) für Klarheit sorgt – und auch den Bundeswehr-internen Geheimdienst MAD mit einbezieht.

Vor allem die Grünen-Verteidigungspolitikerin Agnieszka Brugger und die Linken-Politikerin Christine Buchholz machten sich für eine Untersuchung stark. Buchholz sagte, die Gefahr werde systematisch bagatellisiert. Es lägen "konkrete Hinweise auf ein mutmaßliches, rechtsradikales Netzwerk vor, das Waffen gehortet und sich auf schwere Gewalttaten für einen 'Tag X' vorbereitet hat".

Warum ist das wichtig?

Noch ist unklar, wie genau die "Schattenarmee" in der Bundeswehr aussieht, ob sie gut organisiert ist – oder ob es nur ein Hirngespinst einiger Soldaten ist. Ernst nehmen sollte die Regierung die Recherchen allemal. 

  • Vor Jahren hatten die Geheimdienste das Erstarken des Nationalsozialistischen Untergrunds (NSU) verschlafen, zehn Menschen wurden von den Rechtsterroristen umgebracht. 
  • Und erst im vergangenen Jahr wurde bekannt, dass der rechtsextreme Bundeswehrsoldat Franco A. aus der Kaserne heraus einen Anschlag geplant hatte. Auch er war niemandem aufgefallen.

Mit Material von dpa


Today

Jemand hat ein Outfit gebastelt, das zählt, wie oft Frauen im Club begrabscht werden
Das Video dazu ist echt unangenehm.

Ein Team in Brasilien hat ein Kleid entworfen, das registriert, wie oft eine Frau darin berührt wird. Die Idee dahinter: Es soll zeigen, wie oft Frauen im Club begrabscht werden. Der erste Versuch schaffte einen traurigen Erfolg.

Wie funktioniert das Kleid?

Im Outfit sind Sensoren untergebracht, die Berührungen registrieren. Diese sind mit einem Computer verbunden, der die Berührungen in Echtzeit anzeigen kann.

Wer steckt hinter dem Projekt?

Keine Uni, sondern die Getränkemarke Schweppes. Um für mehr Aufmerksamkeit für das Thema sexuelle Belästigung zu sorgen, hat es die Kampagne "The Dress for Respect" initiiert.