Der Bass dröhnt, die Kameradrohne rauscht über einen eisigen Abhang. Schnitt. Ein Typ dreht eine GoPro-Kamera in Richtung Eishöhle. "Jetzt gehn' wir in den Berg rein", sagt er gut gelaunt.

So wirbt die Bundeswehr aktuell auf YouTube für ihre neue Serie "Biwak" – eine Minidoku über fünf Soldatinnen und Soldaten, die sich vier Tage lang über einen eingeschneiten Gipfel kämpfen. 

Nach einer Serie über die Grundausbildung und über den Auslandseinsatz in Mali ist das die neuste Imagekampagne der Truppe – sie soll Lust auf einen Job beim Bund machen.

Die fünf gehören zum Gebirgsjägerbataillons 231 und besteigen einen Berg in den bayerischen Alpen. Ein Kamerateam filmt sie dabei, auf YouTube und über den Facebook-Messenger kann man die Soldaten seit Freitagabend begleiten. Das "Biwak" bezeichnet in der Bundeswehr ein Lager im Freien, Soldaten müssen bereits in der Grundausbildung "biwaken" – unter so extremen Bedingungen allerdings selten.

Das ist der Trailer zu der Aktion:

Auch auf Instagram zeigt die Bundeswehr die Aktion. "Nichts für schwache Nerven", wird die Serie beworben – "Das kommt ab Freitag auf dich zu, Kamerad!"

Diese fünf Soldatinnen und Soldaten wurden losgeschickt:

1/12

Die Soldaten zeigen in sieben Folgen, wie sie Skifahren, ein Iglu bauen und Bergrettungen üben. Wie frühere Formate ist die Serie aufwendig produziert, die Zeitlupeneinstellungen und Kameraflüge erinnern ein bisschen an Hollywood.

Kritiker stört genau das: Die Bundeswehr glorifiziere so den Kriegsdienst. Vor allem die vorherige Serie über den Einsatz im afrikanischen Mali hatte Soldaten im Auslandseinsatz wie Helden dargestellt. Kritische Töne kommen nicht vor.

Was hingegen für die Formate spricht: Endlich wird sichtbar, was die Bundeswehr überhaupt macht. Die Truppe steckt seit Jahren in der Krise, hat Probleme mit veralteter Technik, Gewalt in Kasernen und sexuellen Übergriffen. Die Formate schaffen so etwas wie Transparenz – und normalisieren die Arbeit der Soldatinnen und Soldaten für Außenstehende.

Nicht nur im Netz arbeitet die Bundeswehr am Imagewandel. 

Auch ihre internen Magazine werden deutlich moderner. Vergangenen Sommer sorgte ein Sexheft für Aufsehen, in dem sich die Bundeswehr auch mit der eigenen Vergangenheit auseinandergesetzt hat. Wir konnten reinschauen:


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Die Magie der Kindheit liegt ja vor allem darin, dass man sehr viele Dinge einfach noch nicht weiß – und die Lücken gerne mit Fantasie füllt. Telefone funktionieren durch Zauberei, Wolken kommen aus Schornsteinen und Spielzeuge führen ein heimliches Eigenleben. Ganz bestimmt.

Kürzlich haben wir über den Twitter-Aufruf der Autorin Jennifer Wright geschrieben, die solche Kindererklärungen, Missverständnisse und ganz fies von Erwachsenen erzählten Lügen gesammelt hat. Darin gestanden Menschen zum Beispiel, dass sie bis zum 20. Lebensjahr glaubten, Seepferdchen wären Fantasiewesen: