Bild: dpa/Stefan Sauer

Im vergangenen Jahr wurden in der Bundeswehr insgesamt 234 Fälle von sexueller Belästigung oder Übergriffen gemeldet. Im Vergleich zu 2016 ist das ein Anstieg der Verdachtsfälle von 80 Prozent. (Tagesschau)

Die Vorkommnisse decken Vergewaltigungen wie auch Belästigungen ab: Laut einem Sprecher des Bundesverteidigungsministeriums wurden Situationen vom Zuwerfen eines Kusses oder dem Berühren eines Oberschenkels bis hin zu Übergriffen gemeldet. Unter den Meldungen sind insgesamt 14 Vergewaltigungen, fast dreimal so viele wie im Vorjahr.

Woher kommt der starke Anstieg?

Sexuelle Gewalt wurde in der Bundeswehr lange Zeit verschwiegen oder runtergespielt. Seit vergangenem Jahr – nachdem mehrere Skandale bekannt wurden – bemüht sich die Truppe um Aufklärung. (bento)

Hier findest du einen Überblick über die vergangenen Skandale:

Das sind die größten Skandale der Bundeswehr

Im Januar 2017 waren schwere Misshandlungsvorwürfe aus einer Ausbildungskaserne im baden-württembergischen Pfullendorf bekannt geworden. In der Kaserne soll es sexuell-sadistische Praktiken sowie Gewaltrituale gegeben haben.
Im November 2010 stürzte eine 25-jährige Offiziersanwärterin auf dem Segelschiff Gorch Fock in den Tod. Ein Vorgesetzter hatte sie zuvor gezwungen, in die Takelage zu klettern. Sie hatte angegeben, zu erschöpft zu sein. Kameraden versuchten danach, zu meutern.
Im Februar 2010 werden Aufnahme-Rituale aus einer oberbayerischen Kaserne bekannt. Neulinge müssen unter anderem rohe Schweineleber essen. Kurz darauf berichten andere Soldaten von ähnlichen Praktiken.
2009: Der Oberst Georg Klein befiehlt in Afghanistan den Abschuss zweier Tanklaster durch Kampfjets – obwohl die Lage unsicher ist. Mehr als 100 Menschen, darunter Kinder, kommen ums Leben. Der damalige Verteidigungsminister muss zurücktreten.
In einer Kaserne bei Zweibrücken müssen sich 2006 zwei Unteroffiziere vor anderen nackt ausziehen. Dann wird ihnen Obst zwischen die Pobacken geklemmt – und mit einem Paddel draufgeschlagen. Ein verantwortlicher Hauptmann wird später zu einer Geldstrafe verurteilt.
Ebenfalls in Afghanistan haben 2004 Soldaten mit einem Totenschädel für Bilder posiert. Auf einem Foto zeigt ein Soldat seinen Penis, den Schädel hält er daneben. Die Bilder gelangten zwei Jahre später an die Öffentlichkeit.
Auch 2004: In der Freiherr-vom-Stein-Kaserne in Coesfeld durchleben Rekruten möglichst authentisch eine Geiselnahme – dabei werden sie gefesselt, getreten und geschlagen.
1996 taucht ein Video vom Truppenübungsplatz Hammelburg auf. Darin stellen Soldaten Hinrichtungs- und Vergewaltigungsszenen nach, einer zeigt den Hitlergruß. Ermittlungen können später nichts Bedenkliches erkennen.
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  • Das Verteidigungsministerium geht daher davon aus, dass der Anstieg der Meldungen nun auf eine erhöhte Sensibilität zurückgeht. Soldatinnen und Soldaten trauen sich jetzt häufiger, Übergriffe zu melden. 
  • Gleichzeitig schauen Verantwortliche jetzt auch noch mal auf ältere Fälle – die wurden demnach ebenfalls mit gezählt.

Die Bundeswehr arbeitet sogar mit einem Aufklärungsheft an ihrem Image:


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Deniz Naki kehrt nach Anschlag nicht in die Türkei zurück

Der Fußballer Deniz Naki wird nicht zu seinem Verein in die Türkei zurückkehren, nachdem sein Wagen vor zwei Wochen von Unbekannten beschossen worden war. Als Begründung nannte sein Anwalt "massive Sicherheitsbedenken". (SPIEGEL ONLINE)

Der 28-Jährige habe ursprünglich zum Start der Rückrunde in die Türkei zurückkommen wollen. Auf Bitten seiner Familie und seines Umfelds habe er sich nun aber doch entschieden, in Deutschland zu bleiben.