Bild: Britta Pedersen/ dpa

In fünf Wochen ist Wahl und es sieht nicht gut aus für die SPD: Martin Schulz dringt in den Medien nicht durch, die SPD liegt weiter hinter der Union.

Diese drei Zahlen können den Sozialdemokraten Hinweise darauf geben, ob der Trend doch noch umkehrt:

1.

Aus der sogenannten Sonntagsfrage ergeben sich die Werte, die viele aus der Umfrageberichterstattung kennen: "Welche Partei würden Sie wählen, wenn am kommenden Sonntag Bundestagswahl wäre?" Sie wird auf drei Wegen gestellt: online, am Telefon und manchmal auch in persönlich durchgeführten Umfragen.

Wichtig ist: Diese Frage ist eine aktuelle Momentaufnahme, kein Blick in die Zukunft – gefragt wird ja nicht, wen man am 24. September wählen will, sondern heute. Aktuell liegt hier die SPD bei etwa 24 Prozent und damit rund 14 Prozentpunkte hinter der Union mit 38 Prozent, der Abstand ist also riesig. Dieser Wert ist seit zwei Monaten bis auf wenige Zehntelpunkte konstant, eine Trendwende ist nicht abzusehen.

2.

Die Forschungsgruppe Wahlen veröffentlicht die "Politische Stimmung." Das Institut geht dabei davon aus, dass Menschen zwar in ihrer aktuellen Meinung schneller mal zur einen oder anderen Partei tendieren, sie aber langfristig gefestigtere Parteibindungen haben. 

Wenn es zum Beispiel eine besonders schlagzeilenträchtigen Geschichte gibt und bei der eine Partei deshalb viel Zustimmung bekommt, dann würden Befragte bei der "Stimmung“ schnell sagen, dass sie nun diese Partei wählen – in Wirklichkeit aber ändern sie nicht so schnell, wo sie ihr Kreuz wirklich machen. Die Institute korrigieren deshalb die Zahlen der "Politischen Stimmung“ und machen sie sozusagen langsamer. Die Stimmung ist damit ein Frühwarnzeichen, ob sich Parteiwerte langfristig ändern.

Aber: In dieser Umfrage liegt die SPD noch weiter hinten und kam zuletzt auf 24 Prozent im Vergleich zu 43 Prozent der Union. Auch dieser Abstand ist seit zwei Monaten ziemlich unverändert und liegt bei knapp 20 Prozentpunkten – von Wechselstimmung keine Spur.

3.

Bleibt noch eine dritte Kategorie, die sogenannte Kanzlerfrage. Wer sich die Wahlkämpfe von Emmanuel Macron, Justin Trudeau oder Hillary Clinton anschaut, dem wird schnell klar, wie wichtig die Spitzenkandidaten für die Parteien sind. Der Trend zur Personalisierung ist nicht neu und er wird oft kritisiert. Aber er er ist auch in Deutschland stärker, als viele glauben:

Wenn man Teilnehmer fragt "Wen hätten Sie lieber als Kanzler?" sagt das Ergebnis verlässlich den späteren Erfolg der gesamten Partei vorher – das wurde schon vor zwölf Jahren von Wissenschaftlern nachgewiesen. Die Frage funktioniert zur Vorhersage sogar besser als die Sonntagsfrage, schreiben die Forscher der Universität Mannheim.

Das Institut Infratest dimap veröffentlicht monatlich die Ergebnisse auf diese Kanzlerfrage – und Martin Schulz überzeugt auch hier nicht. Noch im Februar lag er deutlich vor Angela Merkel, aber der Vorsprung ist längst verloren gegangen. Aktuell würden sich 52 Prozent der Wähler bei einer Direktwahl für Angela Merkel entscheiden. Nur 30 Prozent würden Martin Schulz wählen. 

Einziger Lichtblick für die SPD: Im Vergleich zum Juli hat Merkel in dieser Frage fünf Punkte verloren und Schulz zwei hinzugewonnen.

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