Der Schock sitzt tief: Seit Sonntagabend ist klar, dass die AfD mit über 90 Sitzen im Bundestag vertreten sein wird. In den vergangenen Tagen wurde deshalb viel spekuliert, diskutiert – und protestiert.

Denn wie wird ein Parlament aussehen, in dem so viele AfDler sitzen? Müssen wir uns jetzt ständig anhören, was gegen Flüchtlinge, Klimawandel und Ehe für alle spricht? Und wie machen die weiter, die in den vergangenen Wochen gegen die AfD protestierten?

Wir haben mit vier Initiativen gesprochen, die sich vor der Wahl gegen den Einzug der AfD in den Bundestag engagiert haben – und sie gefragt, was nun aus ihnen wird. 

Es sind:

  1. Kleiner Fünf: Die Kölner Initiative hatte sich im Vorfeld der Wahl dafür eingesetzt, dass keine rechtspopulistische Partei die Fünf-Prozent-Hürde überschreitet. 2016 gegründet, hat das Bündnis inzwischen mehr als 100 aktive Mitglieder.
  2. Demokratie in Bewegung: Die Partei wurde auf change.org gegründet. Mit über 100.000 Unterschriften ging es im April 2017 los. Die Partei setzt sich für Weltoffenheit, Vielfalt und demokratische Mitbestimmung ein. 
  3. Aufstehen gegen Rassismus: Das Bündnis wurde Anfang 2016 gegründet, um das Erstarken rechter Bewegungen zu stoppen. Ein Teil ihres Programms ist die Ausbildung von "Stammtischkämpfern", die mit fundierten Argumenten gegen die AfD ausgestattet werden.
  4. Bewegung für Demokratie: Die Jugendbewegung macht politische Aufklärung an Schulen und Unis.

Alle haben dasselbe Ziel: Dafür sorgen, dass die AfD nach den kommenden vier Jahren wieder vom politischen Radar verschwindet. Wir zeigen, wie genau sie das anstellen wollen.

Aufklärungsarbeit leisten.

Die "Bewegung für Demokratie" (Demo) will auch nach der Wahl weiterhin in Schulen und anderen Bildungseinrichtungen Workshops anbieten. Sie wollen das politische Selbstverständnis junger Menschen stärken. "Das brauchen wir jetzt dringender denn je", sagt Mareike Nieberding von Demo.

Die Initiative "Aufstehen gegen Rassismus" hat bereits eine Unterschriften-Aktion gegen die AfD gestartet. Bis zur ersten Sitzungswoche des Bundestages Anfang November wollen sie 100.000 Unterschriften gesammelt haben. Und sie verteilen Flugblätter:

Vernetzen.

Das Aktionsbündnis "Kleiner Fünf" berichtet, dass bereits in der Wahlnacht neue Mitgliedschaftsanträge gestellt wurden. Der Kontakt zwischen privaten und organisierten Aktivisten soll enger und unmittelbarer werden. Die Jugendbewegung Demo wünscht sich: "Lasst uns das gemeinsam machen!"

Das heißt konkret: Protestaktionen und Demonstrationen initiativenübergreifend organisieren und die gemeinsame Reichweite auf sozialen Medien nutzen, um die AfD immer wieder zu erklären – und zu entlarven.

Die AfD beobachten.

Die Organisation "Kleiner Fünf" will ihre vor der Wahl gewonnene Reichweite nutzen, um "besonders aufmerksam zu verfolgen, was RechtspopulistInnen in den Landtagen und im Bundestag machen." Und damit sind sie nicht allein: Auch die Partei "Demokratie in Bewegung" und das Bündnis "Aufstehen gegen Rassismus" wollen ihre Ressourcen bündeln – und haben angekündigt, die AfD genau im Blick zu behalten:

(Bild: AufstehenggRassismus/twitter)
Sich nicht provozieren lassen.

"KleinerFünf" ruft dazu auf, die Situation nicht zu beschönigen – und stets klare Worte zu finden, wenn es um die AfD geht: "Benennt Tabubrüche, wenn es um das Grundgesetz geht, deutlich und ruhig."

Von dieser Vorgehensweise ist auch "Demo" überzeugt: "Lasst euch bloß nicht einschüchtern. Begegnet Sympathisanten persönlich und sachlich. Konfrontiert rechte und rassistische Aussagen direkt und zeigt Zivilcourage."


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Bevor es den Begriff Influencer gab, filmten und fotografierten sich junge Leute einfach aus Spaß selbst und posteten das alles auf YouTube, Instagram oder Facebook. Einfach, weil sie es konnten.

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