Bild: dpa/Kay Nietfeld
bento liegen die Zahlen vom Innenministerium seit 2010 vor.

Die Grünen wollten wissen, wie viel "MeToo" im Bundestag steckt. In einer Anfrage an das Innenministerium, die bento vorliegt, haben sie erfragt, wie viele Fälle sexueller Belästigung in Ministerien und Behörden intern verfolgt wurden. Das Ergebnis:

Seit dem Jahr 2010 gab es 210 Disziplinarverfahren gegen Beamte wegen "sittlicher Verfehlungen". 

Gemeint sind mit den sittlichen Verfehlungen sexuelle Belästigungen und Übergriffe in und auch außerhalb des Dienstes. 

Die Zahlen nahmen laut Innenministerium in den vergangenen Jahren ab:

  • So wurden 2010 insgesamt 35 Fälle gemeldet.
  • 2014 waren es 26.
  • Und im zuletzt gezählten Jahr 2016 13 Fälle.

Das Innenministerium schreibt jedoch in der Antwort, die Zahlen bilden nur ein "unvollständiges Ergebnis" ab. Sie zeigen nur die Fälle, die mit Disziplinarverfahren verfolgt wurden.

Ulle Schauws, die frauenpolitische Sprecherin der Grünen, sagte zu dem Ergebnis: 

Von der Bundesregierung erwarten wir, dass sie sich in den Ministerien, in denen besondere Verschwiegenheit verlangt wird, gegen jede Tabuisierung sexueller Übergriffe stellt und Arbeitsplätze für Frauen sicherer macht.
Ulle Schauws

Sexismus wird in der Politik oft verschwiegen – eine größere Debatte gab es in Deutschland bislang nicht.

Die einzige Ausnahme: Im Sommer 2016 hatte die Berliner CDU-Politikerin Jenna Behrends öffentlich die Benachteiligung von Frauen innerhalb ihrer Partei angeprangert – und geschildert, wie sie von Kollegen "süße Maus" genannt wird.


Grün

San Francisco verbietet künftig den Verkauf von Pelz
Die Stadt war einst Pelz-Metropole.

Keine Tierquälerei mehr für Mode: San Francisco, einst Zentrum des Pelzhandels für den Pazifik, hat den Verkauf von Tierpelzen verboten. Der Stadtrat der kalifornischen Metropole stimmte in dieser Woche einstimmig für das Verbot, das am 1. Januar 2019 in Kraft treten wird. (Washington Post)

San Francisco ist die größte US-amerikanische Stadt, die sich für diesen Schritt entscheidet.

Katy Tang, die das Gesetz verfasst hat, sagte dem San Francisco Chronicle: "Jedes Jahr werden schätzungsweise 50 Millionen Tiere auf grauenvolle Weise abgeschlachtet, damit irgendjemand ihren Pelz tragen und stylish aussehen kann." 

Sie hofft, dass die Entscheidung der Stadt eine starke Botschaft an den Rest der Welt sendet.