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Das neue Parlament in 7 Zahlen

Der neue Bundestag hat sich zum ersten Mal nach der Bundestagswahl getroffen – mit mehr Abgeordneten als je zuvor, erstmals mit der AfD, mit weniger Frauen und noch weniger Politikern aus einfachen Verhältnissen. 

Der FDP-Politiker Hermann Otto Solms hat als Abgeordneter mit den zweitmeisten Dienstjahren die erste Sitzung eröffnet. In seiner Rede erinnerte er die neuen Abgeordneten an ihre Verpflichtung zur Demokratie. Und sprach selbst davon, wie "aufgebläht" der neue Bundestag ist. 

Wer sitzt drin, wer nicht – die 7 wichtigsten Zahlen zum neuen Bundestag:

709

Abgeordnete

Damit ist der aktuelle Bundestag der größte in der Geschichte der Bundesrepublik. In der vergangenen Wahlperiode waren es noch 630 Parlamentarier. (SPIEGEL ONLINE)

Der Grund für den Zuwachs: Dieses Jahr gibt es viel mehr Überhang- und Ausgleichsmandate. Ein Überhangmandat bekommt eine Partei, wenn mehr Direktkandidaten (über die Erststimme) gewählt wurden, als der Partei eigentlich zusteht (über die Zweitstimme). Damit andere Parteien nicht benachteiligt werden, erhalten sie Ausgleichsmandate. (mehr dazu bei bento)

Mehr Abgeordnete bedeutet mehr Ausgaben

Ein größerer Bundestag bedeutet auch mehr Diäten, mehr Mitarbeiterpauschalen und mehr Kosten für Büros, Materialen, Laptops und Handys. 

Ingesamt könnte das den Steuerzahler in den kommenden Jahren zwischen 200 und 300 Millionen Euro mehr kosten. (Tagesschau)

30,7 %

Frauen

Der Frauenanteil ist damit nach zuletzt 36,5 Prozent noch mal deutlich gesunken. Niedriger war er zuletzt nur nach der Wahl 1994. 

Vor allem die sehr männerlastige AfD zieht den Schnitt nach unten, auch FDP und Union haben nur wenige weibliche Abgeordnete. (SPIEGEL ONLINE)

49,4

ist das Durchschnittsalter. 

Nur eine minimale Verjüngung zu vorher, da lag der Schnitt bei 49,7 Jahre. Die jüngste Fraktion stellt die FDP (Durchschnitt 45,8), am ältesten ist die AfD (Durchschnitt 50,7).

Zukünftig werden nur 12 von 709 Politikern unter 30 sein. Fast alle sind Männer. AfD: 6, CDU: 2, FDP: 2 und einer bei den Linken.

24

ist der jüngste Abgeordnete. 

Roman Müller-Böhm ist Jura-Student und sitzt zukünftig für die FDP im Bundestag. Seine Hobbys: "Neben meinem politischen Engagement verbringe ich meine Zeit gerne auf dem Wasser und rudere oder koche zusammen mit meinen Freunden." (FDP Mülheim)

92

AfD-Abgeordnete

Die Rechtspopulisten ziehen erstmals in den Bundestag ein – dank großem Wahlerfolg gleich als zweitstärkste Oppositionspartei hinter der SPD (die halt 153 Abgeordnete). 

Unter den AfDlern sind zehn Frauen, knapp die Hälfte der 92 Abgeordneten ist über 50 – im Altersschnitt ist die AfD damit am ältesten und männlichsten. Außerdem sind viele AfD-Politiker mit sehr radikalen Ansichten in den Bundestag eingezogen. Hier erfährst du mehr:

267

Neulinge

Mehr als jeder dritte Abgeordnete zieht ohne große Erfahrung in den Bundestag – sie alle sind 2017 neu. 

  • Die meisten Neulinge bringt natürlich die AfD mit ihren 92 Abgeordneten, die bislang noch nie im Bundestag saß. 
  • Aber auch die FDP hat nach ihrem Wiedereinzug viel frisches Personal dabei. Von den insgesamt 80 Abgeordneten sind 60 jetzt zum ersten Mal im Bundestag. 

Und die mit viel Sitzfleisch? Unter den insgesamt 709 Abgeordneten gibt es insgesamt 31, die bereits mehr als 20 Jahre Erfahrung im Bundestag gesammelt haben. (Berliner Morgenpost)

115

Juristen 

So viele Juristen werden im Bundestag sitzen – der häufigste Beruf unter den Abgeordneten. In der CDU und FDP ist jeder Vierte Anwalt, Richter, Rechtsreferendar oder, laut eigener Berufsbeschreibung, ganz allgemein "Jurist". 

Ausbildungsberufe sind im Parlament hingegen unterrepräsentiert. Nur neun Abgeordnete sind zum Beispiel Handwerker. Die einzige Hausfrau kommt aus der SPD. Auch ein Buchhändler ist dabei: Martin Schulz. 

Apropos Schulz. Das mit dem Buchhändler weißt du jetzt – aber wie sieht es sonst mit deinen Kenntnissen über den SPD-Chef aus?

Grün

Die USA und Syrien sind nun als einzige nicht beim Pariser Klimavertrag dabei

Nicaragua unterzeichnet das Pariser Abkommen zum globalen Klimaschutz. Das gab die Vizepräsidentin Rosario Murillo am Montagabend bekannt (SPIEGEL ONLINE). 

Nicaragua war zusammen mit Syrien das einzige Land, dass das Abkommen bislang nicht unterzeichnet hatte. Dann kamen im Juni die USA hinzu, nachdem US-Präsident Donald Trump den Austritt vom Abkommen verkündet hatte.