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Sechs Vorschläge vom Fußballer bis zum Außerirdischen.

Frank Walter-Steinmeier soll neuer Bundespräsident werden. Zumindest wenn es nach der Großen Koalition geht. Bislang hatte sich die SPD darauf geeinigt, Steinmeier vom Außenminister zum neuen Bundespräsidenten zu machen. Steinmeier ist Umfragen zufolge derzeit der beliebteste Politiker in Deutschland ("Die Zeit").

Jetzt wollen auch CDU und CSU den SPD-Kandidaten mit unterstützen. Er hat also gute Chancen, tatsächlich gewählt zu werden: CDU/CSU und SPD haben derzeit die Mehrheit im Bundestag.

Der neue Bundespräsident wird am 12. Februar in der Bundesversammlung gewählt (wahlrecht.de).

Okay, Steinmeier also. Aber wir hätten da ein paar Vorschläge, die sich die Parteien vorher noch mal anschauen sollten.

Sechs Kandidaten vom Fußballer bis zum Außerirdischen:
Nike: will, dass Juli Zeh Bundespräsidentin wird
(Bild: Jens Kalaene / dpa)
Wer?
  • Juli Zeh, *1974, Schriftstellerin
Wieso?
  • Sie hat aufgeschrieben, was jemand in diesem Amt wissen muss: wie Gerüchteküchen funktionieren, wieso Menschen manchmal lieber über- als miteinander reden. Wie Ängste entstehen und daraus Hass, wie aus einem Spaziergang eine Demo wird und aus einer Demo ein Revolution.

    Juli Zehs Texte offenbaren: Es ist für sie nichts Neues, dass Leute nicht einverstanden sind mit der Gesellschaft. Zeh hat schon lange darüber nachgedacht: welchen Ursprung Hetze hat, welche Formen der Liebe krank machen und welche uns nähren. Wenn Juli Zeh davon erzählt, nutzt sie Sprache, die trifft.

    2016 fühlt sich bisher so an, als würden wir so eine wie sie jetzt brauchen. Sie wäre die Richtige: Ihre Beschreibungen, ihre tiefgreifenden Analysen eines gestörten Miteinanders sind es, die sie weitsichtig und weise machen. Wer so sozial ist, so empathisch, der stößt was an: Hoffnung!
Käthe: will, dass Uwe Seeler Bundespräsident wird
(Bild: Christian Charisius / dpa)
Wer?
  • Uwe Seeler, *1936, Fußballlegende
Wieso?
  • Es wird Zeit, dass die HSV-Legende mal ein bisschen Abstand zu Hamburg gewinnt und sich neuen Aufgaben widmet. Zu seinem 80. Geburtstag Anfang November musste er mit ansehen, wie sein Verein 2:5 gegen Borussia Dortmund verlor und weiterhin auf dem letzten Tabellenplatz verharrt.

    Das Bundespräsidentenamt dürfte da mehr Freude bringen: viele Hände schütteln, motivierende Reden halten, immer lecker Buffet verkosten und mit der Limousine fahren. So lässt es sich aushalten. Außerdem bringt Seeler Eigenschaften mit, die in dem Job extrem von Vorteil sind: Ehrgeiz, Durchhaltevermögen, gute Laune. Der Hamburger Bürgermeister, Olaf Scholz, lobte Seele als "ein Vorbild für Generationen, ein bodenständiger Hanseat im besten Sinne."

    Unterstützung bekäme Seeler sicherlich auch von den Beginnern, die den Ex-Fußballer schon in ihrem "Ahnma"-Video promoteten. Jan Delay rappt: "Hab Hamburg hinter mir als wär ich Uwe Seeler, man". Also Uwe, auf nach Berlin!
Marc: will, dass Navid Kermani Bundespräsident wird
(Bild: Thomas Frey / dpa)
Wer?
  • Navid Kermani, *1967, Schriftsteller
Wieso?
  • Wenn ein Bundespräsident eine Sache können muss, dann gute Reden halten. Navid Kermani kann gut reden, so gut wie kein anderer. Kermani ist Deutscher mit iranischen Wurzeln und wurde bereits mit zahlreichen Literaturpreisen ausgezeichnet, darunter dem Friedenspreis des Deutschen Buchhandels.

    Seine Essays versammeln kluge Beobachtungen über die deutsche Vergangenheit, seine Reden spiegeln unaufgeregt die Gegenwart und in seinen Romanen trägt Kermani Gedanken in die Zukunft. Er beobachtet Deutschland gleichzeitig mit einer Lupe und einem Teleskop – als Einwandererkind ist er weit weg, als Deutscher doch so nah. In dieser Mischung wäre Kermani die Präsident gewordene Brücke über die Gräben, die uns derzeit zu schaffen machen.
Caro: will, dass Cornelia Funke Bundespräsidentin wird
(Bild: Axel Heimken / dpa)
Wer?
  • Cornelia Funke, *1958, Schriftstellerin
Wieso?
  • In Cornelia Funkes Geschichten werden Bücher noch von Hand gebunden und Menschen tragen Namen wie "Staubfinger". Sie erschafft Welten hinter Spiegeln, in denen Feen herumfliegen, Tiere sprechen können und es Schätze zu finden gibt.

    Cornelia Funke versteht es, mit Kinderaugen zu sehen. Ein Fünkchen Fantasie und etwas kindliche Magie – ein etwas anderer Blick auf die Welt – sollte auf jeden Fall mit der nächsten Bundespräsidentin ins Schloss Bellevue einziehen.
Annika: will, dass Helge Schneider Bundespräsident wird
(Bild: Fredrik Von Erichsen / dpa)
Wer?
  • Helge Schneider, *1955, Comedian und Musiker
Wieso?
  • Ein entscheidendes Element von Helges ist die Improvisation. Die Texte seiner Lieder und Erzählungen bestehen nur als Grundgerüst und werden beim Auftritt frei weiter gesponnen. Improvisieren ist gut: In der Politik muss man sich vielen unvorhergesehenen Herausforderungen stellen und deshalb ist es wichtig, auch unvorbereitet und spontan reagieren zu können.

    Schon mit fünf Jahren begann er das Klavierspielen, darauf folgte Cello: Helge ist ein Mann mit Disziplin und Durchhaltevermögen. Helge selbst hat außerdem auch wirklich Lust auf Politik. Nach dem Sieg Trumps kündigte er auf Facebook an, "zur Wahl des Präsidenten für den gesamten Kontinent, plus Amerika und England" zur Verfügung zu stehen.
Ole: will, dass Gordon Shumway Bundespräsident wird
(Bild: Giphy )
Wer?
  • Alf, *1756, Außerirdischer
Wieso?
  • Gordon Shumway for Bundespräsident! Der kleine Außerirdische, besser bekannt als Alf, ist genau im richtigen Alter. Als einziger Vertreter des Planeten Melmac auf Erden steht er wie kein anderer für Fluchterfahrung und lebenslanges Lernen.

    Alf weiß, wie wichtig Nachhaltigkeit ist – schließlich ist sein Heimatplanet explodiert, weil alle gleichzeitig ihren Haarföhn eingeschaltet haben. Vor allem wäre Alf ein liebenswerter und lustiger Bundespräsident, der nicht einmal einer Hauskatze das Fell krümmen würde. Gerade weil Alf so anders ist, können sich alle mit ihm identifizieren.

    Bundesjugendspiele, Staatsbesuch, Verfassungskrise? Null problemo!

Was war noch mal mit Gauck los? Das hier:


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