#FreeTheNipple, #NippelStattHetze, Stillen

Für Werbung müssen sie immer wieder herhalten, in ihrer natürlichen Funktion dürfen sie nicht gezeigt werden: Brüste. Im vergangenen Jahr begehrten Frauen (und Männer) gegen die scheinheilige Doppelmoral auf, die unsere Gesellschaft im Umgang mit der weiblichen Brust zeigt.

Die amerikanische Website attn: hat die bekanntesten Kampagnen in einem Video zusammengefasst, das auf Facebook schon fast 100.000 Mal geteilt wurde.

Women everywhere are declaring victory against breast hypocrisy.See more examples here: http://attn.link/1MLyYkE

Posted by ATTN: on Freitag, 1. Januar 2016



Hier noch einmal die wichtigsten Kampagnen im Überblick:

1. #FreeTheNipple

Unter dem Hashtag #FreetheNipple nahm im vergangenen Jahr eine Bewegung Fahrt auf, die gegen die ungleiche Behandlung männlicher und weiblicher Nippel in den sozialen Netzwerken kämpft: Facebook und Instagram löschen nämlich nur Fotos mit weiblichen Nippeln, Männer dürfen ihre Brust vollständig zeigen.

2. #NippelStattHetze

In Deutschland gab es einen weiteren Hashtag, der auf die Absurdität mancher Social-Media-Regeln aufmerksam machte: #NippelStattHetze. Am Beginn der Kampagne stand ein Foto von Olli Waldhauer, das treffend illustriert, was Facebook von weiblichen Nippeln hält: Die sind nämlich offenbar schlimmer als Hasskommentare, zumindest werden sie schneller und radikaler gelöscht.

3. Stillen in der Öffentlichkeit

Aller sexuellen Befreiung zum Trotz: Mütter, die ihre Babies in der Öffentlichkeit stillen, müssen auch heute noch mit Anfeindungen rechnen. 2015 wehrten sich zahlreiche Frauen in den sozialen Netzwerken dagegen, zum Beispiel Ashley Kaidel, eine Mutter aus Florida.

Earlier today I posted this picture of my son and I breastfeeding uncovered in a public restaurant. In the picture, it...

Posted by Ashley Kaidel on Dienstag, 24. November 2015
4. Celebrities protestieren mit

Auch Stars schalteten sich 2015 in die Proteste rund um die weibliche Brust und ihre Darstellung in der Öffentlichkeit ein. Miley Cyrus zum Beispiel erschien zu einem Interview in der TV-Show "Jimmy Kimmel Live" barbusig – aber mit bedeckten Nippeln – und sagte: "America's actually fine with tits. It's nipples they don't like..."

Und Schauspielerin Alyssa Milano postete Fotos von sich auf Instagram, die sie beim Stillen ihrer Tochter zeigen:

Ausblick

Ihr Ziel erreicht haben die Kampagnen bisher aber nicht: Facebook löscht immer noch Fotos mit Nippeln und lässt Hasskommentare stehen; wer sein Kind in der Öffentlichkeit stillt, muss immer noch mit Anfeindungen rechnen. Weibliche Brüste und ihre öffentliche Darstellung werden uns also auch 2016 weiter beschäftigen.