Was ist passiert?

Rechte Gruppen sind in Brüssel gegen den UN-Migrationspakt auf die Straße gegangen. Bei dem Protest in der Nähe der EU-Kommission warfen Demonstranten Steine und Gegenstände. Die Polizei ging mit Tränengas und einem Wasserwerfer gegen die Täter vor und versuchte, die Teilnehmer auseinanderzutreiben, berichtete ein Korrespondent der Nachrichtenagentur Belga.

300 bis 400 der Demonstranten versuchten laut Belga, in das Gebäude der EU-Kommission einzudringen. Mindestens 90 Menschen wurden zeitweise in Gewahrsam genommen, wie die Polizei der Nachrichtenagentur Belga mitteilte. Die Staatsanwaltschaft beschuldigte sechs Verdächtige konkreter Straftaten wie Sachbeschädigung, Widerstand und Drogenhandel und wollte sie zumindest über Nacht festhalten. Über ihr weiteres Verfahren soll voraussichtlich am Montag entschieden werden. 

Weshalb wurde demonstriert?

An dem "Marsch gegen Marrakesch" gegen den am vergangenen Montag in Marokko gebilligten UN-Pakt hatten nach Polizeiangaben etwa 5500 Menschen teilgenommen. Sie forderten Belga zufolge Vorrang "für das eigene Volk", geschlossene Grenzen und den Rücktritt des beligischen Regierungschefs Charles Michel. Organisiert wurde die Demo von mehreren rechten und rechtsextremen flämischen Gruppen.

(Bild: Erik Luntang/AP/dpa)

An einer linken Gegendemonstration nahmen etwa Tausend Menschen teil, darunter auch eine Gruppierung der Protestbewegung "Gelbe Westen", die sich von dem rechten Aufmarsch distanzierte.

Wie steht die belgische Regierung zum Migrationspakt?

Der Streit um den UN-Migrationspakt hatte die Regierung in Brüssel gesprengt: Premierminster Michel hatte sich für den Pakt eingesetzt und ihn unterschrieben – gegen den Willen der rechtsgerichteten flämischen Regionalpartei N-VA. Diese hatte daraufhin die Regierung verlassen. Seitdem herrscht in Belgien eine Minderheitenregierung. (Tagesschau)

Mit Material von dpa


Gerechtigkeit

Alle Jahre wieder: Verdi ruft zum Streik bei Amazon auf
Amazon ist darauf allerdings vorbereitet.

Wer bei Amazon bis zum 21. Dezember bestellt, dem verspricht der Versandhändler eine Lieferung bis Heiligabend – doch dieses Versprechen könnte in Gefahr sein: An zwei Standorten von Amazon hat in der Nacht auf Montag ein mehrtägiger Streik von Beschäftigten begonnen.

Wie lange soll gestreikt werden?

Die Gewerkschaft Verdi rief Amazon-Mitarbeiter des Versandhandelszentrum Sachsen in Leipzig auf, bis zum Heiligabend zu streiken. Im Versandhandelszentrum in Werne in Nordrhein-Westfalen sollen sie zunächst bis Dienstagabend die Arbeit niederlegen. Der Streik könnte jedoch bald auf mehr Standorte und längere Zeit ausgeweitet werden, sagte ein Sprecher.

"Es besteht die Gefahr, dass Weihnachtsgeschenke nicht rechtzeitig ankommen", sagte ein Verdi-Sprecher der Deutschen Presse-Agentur in der Nacht zum Montag. Amazon betonte in einer Stellungnahme, man sei gut auf Weihnachten vorbereitet. Der Streik habe "keinen Einfluss auf die Einhaltung" der Lieferversprechen, da "die überwältigende Mehrheit" der Mitarbeiter normal arbeite.

Warum wird bei Amazon überhaupt gestreikt?

Mit dem Streik wollen die Gewerkschafter ihre Forderung unterstreichen, Arbeitsbedingungen mit einem Tarifvertrag zu regeln. Verdi fordert Amazon seit mehr als fünf Jahren dazu auf, Tarifverhandlungen wie im Einzel- und Versandhandel zu führen. Amazon weigert sich allerdings: Das Unternehmen sieht sich als Logistiker und verweist auf die Bezahlung am oberen Ende dessen, was in der Logistikbranche üblich sei.

In dem jahrelangen Streit hat Verdi bereits häufig zum Streik bei Amazon aufgerufen – auch in der Weihnachtszeit. Amazon ist darauf vorbereitet – und versucht beispielsweise mit Bonuszahlungen für Anwesenheit seine Beschäftigen vom Streiken abzuhalten. Diese gibt es etwa am größten deutschen Standort in Bad Hersfeld vom 10. bis 22. Dezember. (Hessenschau)

Mit Material von dpa

Nachtrag 13.41 Uhr: Wir haben den Artikel um eine Stellungnahme von Amazon ergänzt.