Bild: imago/ AFLO

Das Ergebnis des Brexit-Referendums wird große Auswirkungen auf Großbritannien und die EU haben: Es wird die Politik in Brüssel verändern, das europäische Verhältnis zu Russland und natürlich auch das britische Parteiengefüge auf eine harte Probe stellen.

Du willst mitreden? Dann haben wir ein paar Sätze für dich vorbereitet.

  • "Das wird ganz schön knapp, oder?" Das stimmt. Laut Umfragen liegen beide Lager eng beieinander. In der vergangenen Woche hatten die Brexiteers kurzzeitig und erstmalig die Nase vorn. Dann kam die tödliche Attacke auf die Labour-Abgeordnete Jo Cox, die sich leidenschaftlich gegen den Austritt aus der EU eingesetzt hatte. Meinungsforscher prognostizieren, dass das Entsetzen über den Mord die Brexit-Gegner stärkt. Insgesamt geben die Briten aber seit dem Umfragendebakel bei der Parlamentswahl im vergangenen Jahr nicht mehr viel auf die Vorbefragungen. Geglaubt wird erst, was am Freitagmorgen einigermaßen wasserdicht ist.
  • "Die Pro-EU-Kampagne war aber auch ziemlich lahm." So richtig gut konnten sich die EU-Befürworter nicht gegen die Polterer der Ukip und die EU-Schwarzmaler der Konservativen durchsetzen. Mit der Aussage "Es ist doch ganz okay innerhalb der EU" verschafften sie sich kein großes Gehör. David Cameron wurde in seinem Wahlkampf als unglaubwürdig wahrgenommen. Kritiker ätzten, dass der Premier seit Jahren gegen die EU gewettert hatte und sich nun als ihr größter Befürworter aufspielte.
(Bild: Getty Images/ Pool)
  • "Gut, dass sich der Ton im Wahlkampf seit dem tödlichen Attentat auf Jo Cox etwas gemäßigt hat." Der Mord an der 41-jährigen Politikerin veränderte vieles. Wo am Donnerstag noch offen gestritten wurde, wollte am Wochenende kaum noch jemand über das EU-Referendum sprechen. Brexit-Befürworter wie Proeuropäer sagten zunächst alle Veranstaltungen ab. Direkt nach der Attacke gab es Stimmen, die den Brexit-Befürwortern wegen ihrer aggressiven Rhetorik eine Mitschuld am Tod von Cox gaben. Innerhalb der "Vote Leave"-Kampagne versuchten dann einige, ihren Ton zu zügeln.
  • "Sollte es zum Brexit kommen, dann treten die Schotten aus dem Vereinigten Königreich aus." So ganz klar lässt sich das nicht vorhersagen, aber einige Politiker der schottischen Nationalpartei SNP haben das Schottland-Referendum wieder aufs Tableau gehoben. Laut Umfragen wollen die meisten Schotten für den Verbleib in der EU stimmen. Sollte Großbritannien aber insgesamt gegen die EU stimmen, könnte sich der nördliche Landesteil abspalten wollen. Wie kompliziert die Situation aber ist, hat SPIEGEL ONLINE hier beschrieben.
(Bild: Getty Images/ Christopher Furlong)
  • "Gut, wenn das endlich mal entschieden wird, dann können die Briten endlich diese ewige Debatte ad acta legen." Ja und nein. Sollten die Briten sich gegen den Brexit aussprechen, dann wäre tatsächlich eine Entscheidung getroffen. Premier Cameron hätte recht behalten. Vieles könnte so bleiben wie bisher. Aber: Das Verhältnis zwischen Großbritannien und der Europäischen Union ist nicht erst seit gestern angespannt. Kaum zu glauben, dass die Verlierer im Falle eines Votums gegen den Brexit einfach so klein beigeben würden. Und: Sollten die Briten für den Ausstieg stimmen, dann fängt ein komplizierter Ausstiegsprozess an, der Europa noch lange beschäftigen wird.
  • "Wenn sich die Briten gegen den Brexit aussprechen, dann ist die Ukip endlich ihr Hauptthema los." Stimmt, für die rechtspopulistische Partei und deren Chef Nigel Farage wäre das Nein zum Brexit eine herbe Niederlage. Die Ukip-Partei wäre ihres wichtigsten Themas beraubt. Wie sich das auf die nächsten Parlamentswahlen auswirken würde, wird sich natürlich erst auf lange Sicht zeigen - die stehen planmäßig erst 2020 wieder an.
Dieses Video erklärt dir den Brexit in 5 Minuten:
  • "Ein Brexit hätte verheerende Wirkungen für die britische Finanzbranche." Zumindest sagen Experten, dass der Handel zwischen Großbritannien und dem EU-Raum zurückgehen werde. Die Direktinvestitionen aus dem EU-Ausland dürften sinken. Zuwanderer - darunter dringend nötige Fachkräfte - hätten es schwerer, in Großbritannien zu arbeiten. All das verursacht Unsicherheit, und verunsicherte Unternehmen halten sich mit Investitionen zurück. Auch Premier Cameron mahnte im Wahlkampf, der Brexit würde Großbritannien in eine lange Rezession stürzen und die Wirtschaft 500.000 Jobs kosten. Wie die Folgen tatsächlich ausfallen, wird sich erst dann zeigen, wenn nach dem Austritt neue Absprachen mit der EU getroffen wurden.
  • "Wenn sie einmal austreten, dann sind sie auch raus." Brüssel und auch Berlin drohen für den Fall eines Brexits mit harten Strafen gegen Großbritannien. Ein Zurück gibt es jedenfalls nicht, warnte EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker. Auch Cameron sagte, er sehe keine Möglichkeit einer Rückkehr seines Landes in die EU, es gehe um eine unumkehrbare Entscheidung.
(Bild: dpa/ Olivier Hoslet)
  • " Und Putin wirds freuen." Der russische Präsident Wladimir Putin beobachtet schon seit Monaten mit Freude, wie sich Europa selbst zerlegt. Ob die Diskussion über die Aufnahme von Flüchtlingen oder Großbritanniens Ausstieg aus der Europäischen Union - wenn sich der Staatenbund zerstreitet, profitieren Nationalisten. Auch Europas Rechtspopulisten erhoffen sie sich von einem Brexit Rückenwind für ihre politischen Ziele. Rechtspopulisten in Kopenhagen setzen auf die EU-Müdigkeit der Dänen und hoffen auf einen Danexit. Der Front National von Marine Le Pen in Frankreich liebäugelt mit einer Loslösung Frankreichs aus der EU.
  • "Dann wird Boris Johnson ja wohl Premier." Abwarten. David Cameron hat mehrfach bekräftigt, dass er auch im Falle eines Brexit nicht zurücktreten wolle. Er habe ein klares Mandat der Wähler und wolle einfach weitermachen, sagte der Premier. Das sehen viele anders und verknüpfen das Referendum auch mit seinem politischen Schicksal. Konkurrent Boris Johnson würde gern seinen Posten übernehmen. Kritiker werfen ihm vor, dass er nur so vehement für den Brexit kämpfe, um bei einer für ihn erfolgreichen Wahl auch Cameron auf seinem Posten zu beerben. Es ist nicht ausgeschlossen, dass der bei den Briten beliebte Konservative mit seiner Taktik Erfolg hat.

Dieser Artikel ist zuerst bei SPIEGEL ONLINE erschienen.

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