Bild: LEWIS WHYLD/EPA
Und was wir dabei über die EU lernen.
„​I'm not an expert on much, but I do know how to create a monster.“
J. K. Rowling

So beginnt ein Essay, den die Harry-Potter-Erfinderin J. K. Rowling nun auf ihrer Webseite veröffentlicht hat. Er dreht sich um das sogenannte Brexit-Referendum; am Donnerstag stimmen die Briten darüber ab, ob sie Teil der Europäischen Union bleiben wollen. Rowling bezeichnet nun die Debatten, die rund um das Referendum geführt werden, als vergiftet.

Dabei kritisiert die Autorin sowohl Befürworter wie Gegner eines möglichen britischen Austritts aus der EU. Die Befürworter sind der Meinung, Großbritannien stünde ohne die EU besser da und müsse weniger Abgaben leisten. Die Gegner fürchten, dass dann der Handel erschwert wird und Zölle sehr viel teurer werden. Beide Seiten führen einen harten Wahlkampf. Erst seit vergangene Woche die Politikerin Jo Cox von einem mutmaßlichen Brexit-Fan erschossen wurde, wird der Wahlkampf nicht mehr so schrill geführt.

Das schreibt J. K. Rowling über den Brexit-Wahlkampf:
"Fictional bad guys [...] are simultaneously inhuman and superhuman and that is what frightens us most."
This country has entered "one of the most divisive and bitter political campaigns ever waged within its borders."
"The tales we have been told during this referendum have been uglier than any I can remember in my lifetime."
"The Leave campaign's narrative has descended to this: we are being exploited or cheated by the EU. If we can't see that Britain will only regain superpower status if we leave the union, we must be unpatriotic, cowardly or part of a corrupt elite."
"Be afraid, says Remain, turn back while there's still time: you are hurtling towards a precipice."
"Leave has been busy threatening us with another montster: a tsunami of faceless foreigners heading for our shores, among them rapists and terrorists."
"In America, they call this 'post-truth politics'. Forget the facts, feel the fury."
"Yet how can a retreat into selfish and insecure individualism be the right response when Europe faces genuine threats? [...] How can we hope to conquer the enormous challenges of terrorism and climate change without cooperation and collaboration?"
"In a few days' time, we'll have to decide which monsters we believe are real and which illusory."
"But at the moment we vote, we stop being readers and become authors. The ending of this story, whether happy or not, will be written by us."
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Rowling gibt zu, dass die EU nicht perfekt ist – ihre Regeln wirken oft "Big Brotheresque", also alles überwachend. Allerdings wäre die Alternative Nationalismus, und davor fürchtet sich Rowling, schließlich sei sie selbst ein "Produkt des europäischen Kontinents" und eine "Internationalistin": Sie sei von einer Mutter mit französischen Wurzeln erzogen worden, habe in Frankreich und Portugal gelebt, Französisch und Deutsch studiert. "I love having these mulitple allegiances and cultural associations. They make me stronger, not weaker."

Direkt für oder gegen den Brexit will Rowling nicht argumentieren. Aber sie macht deutlich, dass Beziehungen Zeit brauchen. Dabei ist es egal, ob es um Freundschaften oder Familien geht. Oder eben um Regierungen und Bündnisse wie die EU:

„There will be flaws and disagreements. Because we're human. Because we're imperfect.“

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