Bild: dpa / J. Scott Applewhite
Donald Trump freut sich, ansonsten: viel Wut.

Der umstrittene Brett Kavanaugh wird Richter am Obersten Gerichtshof der USA. Am Samstagabend deutscher Zeit hat der US-Senat den 53-jährigen Kandidaten bestätigt – mit 50 zu 48 Stimmen

Die Abstimmung musste wegen starker Proteste von der Zuschauertribüne mehrmals unterbrochen werden. Auch vor dem Senatsgebäude demonstrierten rund 2000 Menschen, die meisten von ihnen Frauen. (SPIEGEL ONLINE)

Die Psychologie-Professorin Christine Blaisey Ford beschuldigt Kavanaugh, im Jahr 1982 versucht zu haben, sie zu vergewaltigen. Bei einer Anhörung im US-Senat gab sie an, bis heute unter der Tat zu leiden. Auch andere Frauen haben Missbrauchsvorwürfe gegen Kavanaugh erhoben, der alles bestreitet

US-Präsident Donald Trump, der Ford kürzlich bei einer Rede vor seinen Anhängern verspottet hatte (bento), freute sich auf Twitter über die Ernennung seines Kandidaten. 

Viele andere sind über die Ernennung Kavanaughs schockiert. Der demokratische Fraktionsführer Chuck Schumer bezeichnete die Ernennung als einen der "traurigsten Momente" in der Geschichte des US-Senats. 

Der linke Senator Bernie Sanders twitterte, er sei enttäuscht, aber nicht überrascht von der Entscheidung:

Nancy Pelosi, demokratische Fraktionsvorsitzende im Repräsentantenhaus, twitterte, dieser Tag breche ihr das Herz:

Viele weitere bekannte Frauen, darunter die Moderatorin Ellen DeGeneres und die Whistleblowerin Chelsea Manning, äußerten Wut über die Ernennung. 

DeGeneres wandte sich an das mutmaßliche Opfer Ford und sprach ihr Mut zu: "Sie haben eine Bewegung gestartet und wir werden sie fortsetzen."

Manning forderte ihre Follwer auf, sich auf ihren Kampfeswillen zu besinnen und nicht darauf zu warten, dass sich die Dinge verändern.

Plus-Size-Model Tess Holiday stellte fest: "Amerika kümmert sich nur um alte, reiche, weiße Männer."

Die Astrophysikprofessorin Katherine Mack bezeichnete den Umgang mit Christine Ford als "brutale, zynische Machtdemonstration" der Republikaner.

Die Autorin und Moderatorin Sophie Passmann gab sich gewohnt zynisch:

Und die grüne Politikerin Ulle Schauws betonte angesichts der Entscheidung die Wichtigkeit einer solidarischen Frauenbewegung:


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