Bild: picture alliance/Fernando Frazão/Montage bento

In Brasilien heiraten seit der Wahl des Rechtspopulisten Jair Bolsonaro zum Präsidenten immer mehr Homosexuelle. Sie haben Angst, dass der homophobe Präsident bald die gleichgeschlechtliche Ehe verbieten könnte – und wollen ihm zuvorkommen. 

Am 1. Januar wird Bolsonaro offiziell ins Amt eingeführt. Bereits Ende Oktober hatten sich die Brasilianerinnen und Brasilianer bei der Präsidentschaftswahl für den Rechtspopulisten entschieden. Die LGBTQ-Community fühlt sich von dem neuen Präsidenten bedroht: In einem Interview sagte er beispielsweise, dass es ihm lieber sei, wenn einer seiner Söhne sterbe, als einen homosexuellen Sohn zu haben. (bento)

Wie steht es derzeit um die gleichgeschlechtliche Ehe in Brasilien?

Bislang dürfen gleichgeschlechtliche Paare in Brasilien Ehen schließen. Viele Homosexuelle haben nun Angst, dass das mit Bolsonaros Amtseinführung bald nicht mehr erlaubt sein könnte. Die Konsequenz dieser Furcht: Die Zahl gleichgeschlechtlicher Eheschließungen stieg im November bereits um 66 Prozent an, für Dezember werden ähnliche Werte erwartet (New York Times). 

Nach Argentinien und Mexiko-Stadt führte Brasilien 2013 als drittes Land in Lateinamerika die gleichgeschlechtliche Ehe ein, durch einen Gerichtsentscheid. Ein Zeichen für den Wandel: Viele andere Länder zogen nach – obwohl die Region durch den Einfluss der katholischen Kirche lange sehr konservativ geprägt war. (NZZ) 

Die LGBTQ-Community hat nun Angst, dass Bolsonaro seine Drohungen wahr macht, und sie in ihren hart erkämpften Rechten beschneidet. 

Kann Bolsonaro die gleichgeschlechtliche Ehe verbieten?

Er könnte versuchen, entsprechende Gesetze zu erlassen – allerdings dürfte es nicht lange dauern, bis der Oberste Gerichtshof diese wieder einkassiert, sagen Experten (New York Times). Außerdem hatte der Interamerikanische Gerichtshof für Menschenrechte zu Beginn des Jahres entschieden, dass die Ehe gleichgeschlechtlicher Paare anerkannt werden muss. Das Urteil gilt bindend für die zwanzig Staaten in der Region, die sich der Rechtsprechung des Gerichtshofs unterstellt haben – dazu gehört auch Brasilien. (NZZ)

Dennoch ist die Sorge berechtigt, die Gesellschaft könnte sich mit dem Amstrantritt des neuen Präsidenten zum Negativen verändern. Bolsonaro verehrt die Führer der ehemaligen Militärdiktatur Brasiliens und kündigte bereits ethnische und politische "Säuberungen" an. Mit Ausfällen gegen Linke, Frauen, Schwarze und die LGBT-Community macht er unmissverständlich klar, wer sich nun bedroht fühlen muss. (bento). 

Der Generalsekretär von Amnesty International in Deutschland, Markus Beeko, warnt deshalb davor, dass sich die Menschenrechtslage in Brasilien drastisch verschlechtern könnte, vor allem für Minderheiten (Spiegel Online). Beeko sagt:

„Es ist sowohl mit Gewalt als auch mit einer Verschärfung der gesellschaftlichen Diffamierung, Kriminalisierung und Stigmatisierung zu rechnen.“



Future

"Peganes" Essen und Tropen-Tapeten: Das sollen die Trends für 2019 sein
Pinterest sagt, was in ist.

Pinterest hat mal wieder die Hypes für 2019 vorausgesagt. Jedes Jahr stellt die Internetplattform 100 Trends für das kommende Jahr vor. Auf Pinterest tummeln sich nach eigenen Angaben 250 Millionen User aus der ganzen Welt, um sich von den Bilder-Posts inspirieren zu lassen. Sollte das tatsächlich funktionieren, so kann man davon ausgehen, dass die Style-Ideen auf der Plattform bald in sämtlichen Wohnzimmern und Einrichtungsläden herumstehen. 

Wie werden die Trends ermittelt? 

Pinterest wertet die häufigsten Suchanfragen der Nutzerinnen und Nutzer der vergangenen Monate aus und entscheidet danach was zukünftig in sein könnte. So entsteht der Trendreport für insgesamt zehn unterschiedliche Kategorien. Wir haben uns die Bereiche Wohnen, Reisen, Essen und Trinken, Mode, Gesundheit, Partys und Hobbys angeschaut.

Das sind die jeweils fünf beliebtesten Suchanfragen:


1 Wie wir 2019 reisen

Immer mehr Menschen suchen auf Pinterest nach ganz besonderen Reisezielen.