Bild: Getty Images / Daniel Leal Olivas
Es ging wohl um viel Geld.

Der Australier Ian Mackay galt bis vor Kurzem als unbescholtener Mitarbeiter einer Gewerkschaft. Tatsächlich hat er wohl jahrelang ein Doppelleben geführt und war offenbar nebenbei Admin einer betrügerischen "Black Lives Matter"-Gruppe in den USA. Das zeigen Recherchen des Fernsehsender CNN.

Statt den Protest von schwarzen Menschen gegen Rassismus und Ausbeutung aktiv zu unterstützen, wurden auf der Seite und in einer weiteren Facebook-Gruppe offenbar vor allem Spenden gesammelt. Die Gruppe hatte knapp 40.000 Mitglieder und war laut CNN zeitweise die weltweit größte Gruppe von "Black Lives Matter"-Unterstützern auf Facebook. Die damit verbundene Seite hatte sogar 700.000 Fans – mehr als doppelt so viele, wie die offizielle Seite der Bewegung. Tausende Menschen tauschten sich dort täglich über ihre Erfahrungen mit Diskriminierung und Rassismus in den USA aus.

Screenshot der Seite, kurz bevor sie von Facebook gelöscht wurde.(Bild: Screenshot/CNN)

Weil die Bewegung stark auf Selbstorganisation und Basisdemokratie setzt, fiel offenbar lange nicht auf, dass Seite und Gruppe in Wahrheit genutzt wurden, um Geld zu verdienen. Seit 2016 soll Mackay mit der Hilfsbereitschaft der Aktivisten mindestens 100.000 US-Dollar eingenommen haben. Das legen die CNN-Recherchen nahe.

Demnach registrierte der Australier schon im April 2015 die Domain blackpowerfist.com. Wenige Tage später legte ein anonymes Facebook-Profil die "Black Lives Matter"-Seite an und verlinkte darauf die Domain. Mackay soll zusätzlich noch Dutzende weitere Seiten registriert haben, die sich vermeintlich ebenfalls für die Bürgerrechten von Schwarzen einsetzten.

So wurde die Hilfsbereitschaft ausgenutzt:

Wie kommerziell die vermeintlich Aktivisten-Portale in Wahrheit gewesen sein müssen, zeigen die verlinkten Spenden-Seiten:

  • Paypal
  • Patreon
  • Donorbox
  • Classy

Mehrere Mitarbeiter der verschiedenen Portale bestätigten CNN, dass Bankdaten und IP-Adressen der Accounts nach Australien verwiesen. Mindestens ein Account war demnach direkt auf den Gewerkschaftsfunktionär Mackay registriert, andere waren offenbar von Strohmännern eingerichtet worden.

Nachdem 2016 zwei schwarze junge Männer in New York von der Polizei erschossen wurden, demonstrierten Hunderte Menschen in den Straßen.(Bild: Getty Images/Yana Paskova)

Bereits im Dezember hatte ein Blogger die vermeintliche "Black Lives Matter"-Seite als Betrug bezeichnet und dafür Indizien gesammelt. Doch erst nach der CNN-Recherche geriet Mackay selbst in den Mittelpunkt des öffentlichen Interesses. Er selbst verweigerte auch auf mehrmalige Nachfrage jeden Kommentar zu den konkreten Vorwürfen, sein Arbeitgeber hat ihn derzeit beurlaubt.

Mittlerweile hat die Täuschung ein Ende.

Denn die echten "Black Lives Matter"-Aktivisten handelten schneller. Nach einer Nutzerbeschwerde sind die Gruppe und die Seite gelöscht worden. Spätestens damit dürfte die Arbeit des vermeintlichen Bürgerrechts-Aktivisten beendet sein. Sein Doppelleben ist wohl zu Ende.


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