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Die Bewegung ist mehr als nur ein Hashtag.

Wieder haben weiße Polizisten in den USA Schwarze erschossen, wieder gibt es Proteste gegen Rassismus und Polizeigewalt und wieder bekunden Menschen Solidarität: "Black Lives Matter" steht auf ihren Plakaten, im Internet wird daraus der Hashtag #BlackLivesMatter. Wofür steht der Slogan?

1. Die Vorgeschichte

Ende Februar 2012 erschoss der Wachmann George Zimmermann den 17-Jährigen Trayvon Martin in einem kalifornischen Vorort auf einem Patrouillengang. Der schwarze Jugendliche war unbewaffnet, als auf ihn geschossen wurde. Die Polizei nahm den Todesschützen zunächst nicht fest. Zimmermann erklärte, in Notwehr gehandelt zu haben. Die genauen Umstände sind bis heute nicht geklärt.

Die Geschichte ging um die Welt und löste in den USA eine neue Diskussion um Rassismus aus. Landesweit gingen Menschen auf die Straße, um gegen Diskriminierung und Polizeigewalt zu demonstrieren. George Zimmermann wurde am 13. Juli 2013 von einer Jury freigesprochen.

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2. Protest im Internet

Die Autorin und Aktivistin Alicia Garza gilt zusammen mit Opal Tometi und Patrisse Cullors als Urheber der Protestbewegung. Garza saß im Juli 2013 in einer Bar in Kalifornien bei einem Cocktail, als sie vom Freispruch George Zimmermanns erfuhr. Auf Facebook schrieb sie:

Black people. I love you. I love us. Our lives matter.
Alicia Garza

Patrisse Cullors stellte dazu den Hashtag #BlackLivesMatter. Der Protest gegen das empörende Urteil verbreitete sich schnell. Dabei ging es schnell nicht nur um das Gerichtsurteil, sondern um ein Zeichen gegen Rassismus gegenüber Schwarzen, für den das Urteil nach Meinung der Aktivisten nur ein weiteres Indiz war.

(Bild: Getty Images / Andrew Burton)
3. Straßenprotest

Landesweite Aufmerksamkeit erlangte #BlackLivesMatter in den USA im Jahr darauf. Zwei weitere schwarze Amerikaner, Michael Brown und Eric Garner, wurden von Polizisten getötet. #BlackLivesMatter gab den Menschen Zusammenhalt, die im Anschluss an diese und weitere Tode wochenlang für Gleichberechtigung auf die Straße gingen. (YouTube)

Der Hashtag wanderte aus den sozialen Netzwerken auf die Plakate der Demonstranten und aus einem Aufschrei wurde eine organisierte Bewegung mit groß angelegten Protesten.

#BlackLivesMatter macht Stimmung gegen Ungerechtigkeit, Unterdrückung und Gewalt an Schwarzen durch Polizisten. Gleichzeitig ist die Bewegung auch der Versuch die afro-amerikanischen Freiheitsbewegung wiederzubeleben.

4. Erste Erfolge

Die Proteste zeigen Wirkung: Das Land debattiert ernsthaft über Polizeigewalt und Rassismus. 2014 wurde der Hashtag von der American Dialect Society zum Wort des Jahres gekürt. Das Netzwerk der Bewegung breitete sich derweil in Form vieler kleiner Gruppen im ganzen Land weiter aus und erzielte an verschiedenen Orten des Landes Erfolge: Polizeichefs wurden entlassen, der Präsident der Universität Missouri musste zurücktreten und die Präsidentschaftskandidaten mussten sich zu Black Lives Matter positionieren.

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5. Warum nicht "All Lives Matter"?

Vor allem aus dem rechten Lager kommt der Vorwurf, statt Black Lives Matter müsse es eigentlich "All Lives Matter" heißen. Die Aktivisten halten dem entgegen, dass das Leben von Schwarzen in einer Welt, in der vorrangig weiße Menschen an der Macht sind, als Leben ohne Wert angesehen werde. Die Aktivistin Alicia Garza sagt: "Schwarze Leben zählen in 'Alle Leben zählen' zu übersetzen, zeigt, wie wenig der strukturelle Rassismus in diesem Land verstanden wird."

Am Freitag machte Präsident Barack Obama eine ähnliche Einschränkung. Nachdem im Anschluss an einen Protest gegen Polizeigewalt fünf Polizisten getötet wurden, sagte er: "When people say black lives matter, that doesn't mean blue lives don't matter." (Los Angeles Times)

6. Obama und Black Lives Matter

Präsident Obama hat sich im Februar im Weißen Haus mit Bürgerrechtsaktivisten der älteren Generation und Aktivisten von Black Lives Matter getroffen. Obama lobte die Gruppe und sprach davon, dass er überzeugt sei, dass die Bewegung Amerika zu neuer Größe verhelfen könne.

Nur zwei Monate später kritisierte Obama die Bewegung scharf. Die Aktivisten hatten lautstark bei Wahlveranstaltungen protestiert. Schreien allein nütze nichts, man müsse auch bereit sein, sich mit politischen Gegnern an einen Tisch zu setzen, sagte Obama.

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"Ich bin dann mal weg": Welcher Abgang entspricht deinem Charakter?

Auseinandergehen ist schwer. Trotzdem entscheiden sich viele irgendwann, die Stadt, manche sogar gleich das Land zu verlassen. Für die Liebe, das Studium, den Job. Und obwohl man es sich in den vergangenen Monaten – vielleicht sogar Jahren – schön gemacht hat, heißt es irgendwann: Abschied nehmen. Von Freunden, Verwandten, Unikollegen oder Sportskameraden.