Bild: dpa / Michael Kappeler

Björn Höcke ist ein Rassist. Und von gestern. Aber er ist auch: eine Privatperson. Das "Zentrum für politische Schönheit" arbeitet sich seit einigen Tagen an dem Thüringer AfD-Chef ab. 

Das Künstlerkollektiv hat vergangene Woche Stelen des Berliner Holocaust-Mahnmals vor Höckes Anwesen nachgebaut. Außerdem wühlten sie in Höckes Müll und behaupteten, ihn über eine längere Zeit hinweg beobachtet zu haben. Was sie über ihn herausgefunden haben, so die Drohung, soll nun veröffentlicht werden. 

Mittlerweile sind die Stelen weg – und die ersten Details über Höckes Privatleben da. 

Am Montag veröffentlichte das "Zentrum" eine Hörprobe der angeblichen Enthüllungen, vorgelesen vom Satiriker Shahak Shapira. Ab Sonntag, dem 3. Dezember, soll dann ein kompletter "Audio-Walk" – genannt "Das Höcke Refugium" – zum Download verfügbar sein. (Zentrum für politische Schönheit)

Das Problem: Diese Dinge über den Privatmann Höcke sind banal – und helfen nicht, den Politiker Höcke zu bekämpfen.

Das "Zentrum für politische Schönheit" ist für seine provokanten Aktionen bekannt. Es will aufrütteln, Moralvorstellungen hinterfragen. Höcke, der regelmäßig mit fremdenfeindlichen Aussagen provoziert, ist da ein gefundenes Fressen. Die Mahnmal-Aktion kann man gut finden:

Oder ziemlich daneben:

Die Mahnmal-Aktion war immerhin noch ein politisches Zeichen. Die Hörbuch-Aktion hingegen ist es nicht mehr. 

Das "Zentrum" will Höcke über Monate ausgespäht haben. Im Hörbuch erzählt nun Shahak Shapira mit schauriger Stimme, wie der Politiker – nein, der Privatmensch – am Tag von Adolf Hitlers Geburtstag im Wald Holz hackt. Und im Müll soll ein altes Tagebuch von Höckes Frau gefunden worden sein.

Was soll es bringen zu wissen, wann Höcke einkauft? Oder wo er spazieren geht? Die "Enthüllungen" helfen nicht dabei, Höcke oder der AfD politische Argumente entgegenzusetzen. Stattdessen erlauben sie dem AfD-Politiker nur, sich erneut als "Opfer" zu inszenieren. Als jemand, der nur Politik machen will und dafür von allen anderen angefeindet wird. Einer, der gegen Schutzsuchende hetzt, ist kein Opfer. Aber vor seinen Anhängern kommt er dank der "Zentrum"-Aktion genau so rüber.

Die Idee hinter der Aktion könnte sein, die Banalität des Bösen aufzudecken. Aber Höcke ist nicht Eichmann. Er ist auch nicht angeklagt, und erst recht nicht verurteilt. Sein Privatleben geht uns schlicht und einfach nichts an. 

So komisch das klingt: Höcke muss hier gegen die Kunst verteidigt werden. Denn selbst ein Rassist hat ein Recht auf Privatsphäre. 

In einer modernen Demokratie bewerten wir Politiker an ihren Aussagen, nicht an ihrer Wochenendgestaltung. Künstler wie die vom "Zentrum für politische Schönheit" müssen sich nicht daran halten. Aber sie müssen sich nicht wundern, wenn ihr "Höcke Refugium" nach hinten losgeht.

Jeder sollte sich den Ideen von Björn Höcke entgegenstellen, sie wo immer möglich entkräften und verurteilen. 

Das geht am besten mit Argumenten – nicht mit den Tagebüchern seiner Frau. 

Haha

Dieses Werbevideo der Polizei wird dich garantiert zum Lachen bringen

Woraus besteht Polizeiarbeit? Verdächtige kontrollieren? Auf Demos Leute verhauen? Für Recht und Ordnung sorgen? Die neuseeländische Polizei stellt in ihrem neuen Werbevideo eine ganz andere Aufgabe in den Vordergrund: Laufen

Dabei ist der Clip natürlich kein Fitness-Tutorial, sondern ein Aufruf an möglichen Nachwuchs. Auf der Suche nach neuen Kolleginnen und Kollegen müssen die fitten Cops der "NZ Police" in ihrem Gangstern, kaputten Autos und haarigen Taschendieben hinterher joggen.