Bild: dpa/Hendrik Schmidt
Die AfD sucht verzweifelt nach Cola-Herstellern, die sich instrumentalisieren lassen.

Björn Höcke, Rechtsaußen der rechten AfD, macht jetzt Werbung für Cola. Genauer gesagt für Vita Cola. Auf Twitter posierte Höcke mit einem Glas mit der Marke. Dazu schrieb er: "In Thüringen trinkt man #VitaCola. Diese Limonade ist hier inzwischen Marktführer, beliebter als #CocaCola." 

Klar, die Marke ist deutsch und deutsch ist gut bei der AfD. Allerdings wirbt Höcke nicht zufällig jetzt für Vita Cola, es dürfte ihm vor allem darum gehen, dass Vita Cola aus seiner Sicht viel besser ist als Coca Cola. Diese Botschaft ist Höcke dann auch so wichtig, dass er die amerikanische Marke ausdrücklich erwähnt. Obwohl der Platz knapp ist.

Grund dafür dürfte ein Plakat sein, das vor einer Woche in Berlin auftauchte. Die Aufschrift: "Für eine besinnliche Zeit: Sag' Nein zur AfD!" Daneben ist ein grinsender Weihnachtsmann zu sehen. Und auch das Logo von Coca Cola. 

Verantwortlich für den Wirbel sind die Aktivistinnen und Aktivisten der Seite afdentskalender.de (Hier erfährtst du bei bento mehr über die Initiative). Coca Cola selbst reagierte entspannt, retweetete einen Tweet mit dem Plakat sogar.

Die AfD hingegen fand die Aktion nicht lustig. Die Kränkung war der Beginn mehrerer mehr oder weniger ausgeklügelter Rache-Versuche der Partei oder ihrer Anhänger. Die photoshoppten zunächst ein Pepsi-Plakat (Tenor: "Sag ja zur AfD").

Pepsi aber distanzierte sich sofort, drohte mit rechtlichen Schritten. Also suchte sich der AfD-Politiker Malte Kaufmann eine neue Marke, um Cocoa Cola zu schmähen. Er warb mit der Hamburger Fritz Kola. Auch das klappte allerdings nicht besonders gut. Fritz Kola äußert sich immer wieder politisch.

Zuletzt distanzierte sich das Unternehmen vor einem Jahr dezidiert von der AfD (taz). Auch nach Kaufmanns Tweet reagierten die Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter.

Es scheint also gar nicht so einfach zu sein, einen Cola-Hersteller zu finden, der sich für rechtes und rechtsradikales Gedankengut instrumentalisieren lässt.

Also greift Höcke nun persönlich ein – und versucht es mit der inzwischen dritten Alternative zum verhassten amerikanischen Großkonzern.

Dumm nur, dass auch Vita Cola nichts mit der AfD zu tun haben möchte. In einem Statement teilte das Unternehmen auf bento-Anfrage mit, von Höckes Kampagne nichts gewusst zu haben. Das Unternehmen wolle sich als Marke "neutral verhalten". Es distanziere sich von jeglicher parteipolitischer Vereinnahmung.

„Vielmehr steht Vita Cola u.a. für Weltoffenheit und Toleranz.“

Weltoffenheit, Toleranz – das sind nicht Björn Höckes Kernkkompetenzen. Er hetzt immer wieder gegen queere Menschen. Ganz anders Vita Cola: Das Unternehmen ist unter anderem bekannt für seine Werbung mit einem homosexuellen Paar.

Der Slogan: "Wer es bunt treibt, kann auch nichts verpassen." Auf Twitter danken Nutzer Höcke deswegen sogar für seinen Einsatz für Homosexuelle.

Ob Höcke sich seine Werbeaktion so vorgestellt hatte, wissen wir nicht. Wir sind aber gespannt, mit welcher Marke es die AfDler nun probieren wollen.


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