Bild: Mark Makela/Pool Getty Images North America/AP/dpa
Drei Fragen und drei Antworten zu dem Fall

Das Strafmaß gegen Bill Cosby wurde verkündet: Der 81-Jährige wurde wegen sexueller Nötigung zu zehn Jahren Haft verurteilt. Nach drei Jahren kann allerdings über eine frühzeitige Entlassung entschieden werden. Bereits im April wurde er für schuldig befunden, die ehemalige kanadische Basketballerin Andrea Constand unter Drogen gesetzt und sexuell genötigt zu haben (bento).

Cosbys Anwälte wollen Berufung einlegen. Sein Publizist nannte die Verhandlung "rassistisch und sexistisch" und sprach von einem "Geschlechterkrieg". (SPIEGEL ONLINE)

Was ist zuvor im Fall "Bill Cosby" passiert?

Nachdem Andrea Constand ihn bereits 2005 bei der Polizei anzeigte und sich 13 weitere Frauen mit ähnlichen Vorwürfen meldeten, wurde die Klage außergerichtlich beigelegt. Drei Frauen gingen zwar an die Öffentlichkeit, doch es passierte nichts.

Erst, als ein Video viral wurde, in dem Bill Cosby vom afroamerikanischen Comedian Hannibal Buress als Vergewaltiger bezeichnet wurde, war der Fall Cosby wieder ein Thema.

Bis 2015 warfen ihm sogar 45 Frauen sexuelle Nötigung vor. ("Süddeutsche Zeitung"). Am 30. Dezember wurde der Fall Constand neu aufgerollt.

Warum ist der Fall so relevant?

Das Verfahren um den Promi schlug vor allem in den USA hohe Wellen. Bill Cosby erlangte große Beliebtheit durch die Bill Cosby Show, die von 1984 bis 1992 lief. Hier spielte er Heathcliff Huxtable, einen Geburtshelfer und Gynäkologen. Seine TV-Frau Claire war Anwältin. Zusammen hatten sie fünf Kinder.

Die TV-Familie stand für ein massentaugliches afroamerikanisches Ideal. Das positive Image, das Cosby durch die Serie hatte, schützte ihn bis vor kurzem noch vor Vergewaltigungsvorwürfen.

Die afroamerikanische Community pflegt ein kompliziertes Verhältnis zu dem Fall. Bei Vergewaltigungsvorwürfen um Afroamerikaner kommen oft Lügenvorwürfe auf. Schließlich werden Afroamerikaner heute noch rassistisch von Weißen als Sexualstraftäter bezeichnet und oft vom Rechtssystem zu unrecht verurteilt. (SPIEGEL ONLINE)

Was bedeutet das Urteil für die #Metoo-Bewegung?

Es zeigt vor allem, dass sich prominente Männer nicht mehr hinter ihrem Ruhm verstecken können und mit Konsequenzen rechnen müssen. Bill Cosby ist nur der erste, der in der #Metoo-Ära verurteilt wurde. (SPIEGEL ONLINE)


Today

Trump hält Rede vor Uno-Vollversammlung – und wird ausgelacht

Donald Trump hat eine Rede vor der Vollversammlung der Vereinten Nationen (UN) gehalten und wurde von den Anwesenden dafür ausgelacht.

Was war so lustig an der Rede von Donald Trump?

Eigentlich gar nichts. Trump hielt seine Rede und prahlte wie gewohnt: "Meine Regierung hat in den ersten zwei Amtsjahren mehr erreicht als wahrscheinlich irgendeine Regierung in der US-Geschichte." Amerika sei wieder groß, rief er in den Saal. Die Reaktion: Spöttisches Lachen der anwesenden Staats- und Regierungschefs.

Das irritierte auch Trump. Etwas verdutzt schaute er sich um und sagte: "Damit habe ich jetzt nicht gerechnet. Aber ist schon okay."