Bild: dpa/AP/Matt Slocum
Er könnte den Rest seines Lebens hinter Gittern verbringen.

Es ist das erste große Urteil nach dem MeToo-Skandal: Ein US-amerikanisches Gericht hat Bill Cosby wegen sexueller Nötigung schuldig gesprochen. Die Geschworenen sahen seine Schuld in allen drei Anklagepunkten als erwiesen an. Nun könnte Cosby eine lange Haftstrafe drohen.

Um welchen Fall geht es?

Der ehemalige Comedy-Star musste sich vor Gericht verantworten, weil Andrea Constand ihm vorwirft, sie 2004 missbraucht zu haben. Vor rund zehn Monaten war ein erster Prozess geplatzt, weil die damalige Jury sich auch nach tagelangen Beratungen nicht hatte einigen können. Beide Male ging es um die Frage, ob Cosby 2004 die frühere Universitätsangestellte Andrea Constand mit Tabletten hilflos gemacht und dann sexuell genötigt hat.

Wie hatte sich Cosby verteidigt?

Cosby, der in den 80er Jahren mit der "Bill Cosby Show" weltberühmt geworden war, hatte die Vorwürfe immer zurückgewiesen. Er selbst hatte in beiden Prozessen nicht ausgesagt, aber über seine Anwälte mitteilen lassen, die Vorgänge seien einvernehmlich gewesen. In einer außergerichtlichen Einigung wenige Monate nach dem Vorfall hatte er Constand bereits mehr als drei Millionen Dollar gezahlt. 

Cosbys Verteidigung hatte Constand als Trickbetrügerin dargestellt, die es auf das Geld des Entertainers abgesehen hatte. Die Staatsanwaltschaft hatte Constand dagegen als Opfer von Cosby beschrieben, auch sie selbst hatte sich im Zeugenstand so geäußert.

Sind das die einzigen Vorwürfe gegen Cosby?

Nein. Insgesamt haben bislang mehr als 50 Frauen Cosby öffentlich sexuelle Belästigung vorgeworfen, die meisten Fälle sind verjährt. (bento)

Warum ist das wichtig?

Das Urteil gegen Cosby ist das erste nach dem MeToo-Skandal. Frauen berichten unter dem Hashtag von sexuellen Belästigungen, Vergewaltigungen und Sexismus generell. Sie formulieren auch Anschuldigungen gegen einzelne Männer, darunter viele bekannte und mächtige Personen. In Deutschland sind unter anderem Vorwürfe gegen den Regisseur Dieter Wedel bekannt geworden. Mehrere Schauspielerinnen hatten Wedel in der Wochenzeitung "Die Zeit" und im "Zeit-Magazin" sexuelle Übergriffe vorgeworfen. Der Regisseur wies das zurück. 

Entstanden ist die Bewegung durch den Skandal um Harvey Weinstein. Jahrzehntelang soll dieser seine Position als mächtiger Mann im Filmbusiness ausgenutzt haben, um Frauen sexuell zu belästigen und zu missbrauchen. Lange wurde er dafür nicht zur Rechenschaft gezogen. Bis Medien darüber berichteten, und eine Schauspielerin nach der anderen zu reden begann. Inzwischen ist eine Bewegung entstanden, die das Verhältnis unserer Gesellschaft zu Sexismus und sexueller Belästigung wahrscheinlich für immer verändern wird. 

Mit Material von dpa


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Aviciis Familie veröffentlicht Statement zu seinem Tod
"Er war nicht für die Maschinerie gemacht, in der er landete."

Die Familie des verstorbenen schwedischen DJs Avicii hat sich erstmals ausführlicher zu seinem Tod geäußert. "Er hat es nicht mehr länger geschafft. Er wollte Frieden haben", schreibt die Familie in einer Mitteilung. Avicii habe gerungen mit Gedanken über "den Sinn, das Leben, das Glück". (Aftonbladet)