Sein Rausschmiss wurde schon länger diskutiert.

Nikolai N. nennt sich selbst "Volkslehrer" und hat eine eigene Sicht auf die Welt: Über seinen YouTube-Kanal verbreitet er Verschwörungstheorien, bestreitet etwa, dass es Terroranschläge gegeben hat. Das ist deshalb heikel, weil N. Grundschullehrer ist und bis vor wenigen Monaten in Berlin unterrichtet hat.

Nun hat die Senatsschulverwaltung dem Lehrer fristlos und außerordentlich gekündigtwie der "Tagesspiegel" und die "Berliner Zeitung" berichten. Thorsten Metter, der Sprecher der Verwaltung, sagte dem "Tagesspiegel", er habe die Kündigung Ende vergangener Woche erhalten.

Was ist davor passiert?

Seit Januar ist N. bereits vom Unterricht freigestellt. Die Senatsverwaltung für Bildung hatte damals der Innenverwaltung gemeldet, bei N. könnte es sich um einen sogenannten Reichsbürger handeln und Strafanzeige gestellt.

"Reichsbürger" lehnen die Bundesrepublik ab, Behörden und Gesetze erkennen sie nicht an. Die Bewegung wird bundesweit vom Verfassungsschutz beobachtet. In seinen Videos streitet N. ab, gegen die Verfassung zu sein.

Laut dem "Tagesspiegel" hatte der 37-Jährige bereits an zwei weiteren Grundschulen in Berlin unterrichtet. Zumindest an einer gab es Vorwürfe gegen ihn: Er soll in einer Klasse ein Video mit Verschwörungstheorien gezeigt haben.

Und was hält der Lehrer von den Vorwürfen?

N. hatte zuletzt gelassen auf die Vorwürfe gegen ihn reagiert. Als Reaktion auf die Berichterstattung über seine Freistellung veröffentlichte er auf seinem YouTube-Kanal ein weiteres Video, in dem er sich über das Medienecho freut. Seine Klickzahlen seien somit in die Höhe gegangen.


Dieser Text ist zuerst auf SPIEGEL ONLINE erschienen.


Gerechtigkeit

Es gibt mehr Opfer rechter Gewalt als bisher gedacht
Die Polizei in Berlin musste ihre Zahlen korrigierten – Jahre zu spät

Die Berliner Polizei muss bei ihrer Statistik nachbessern und eingestehen, dass sie Straftaten nicht richtig eingeordnet hat. Die Behörde stufte nachträglich sechs Tötungsverbrechen mit sieben Opfern nachträglich als rechts motiviert ein (Tagesspiegel). Damit steigt die offizielle Zahl seit der Wiedervereinigung in Berlin auf neun Todesopfer.