Bild: Paul Zinken/dpa
Vier Fragen, vier Antworten

In Berlin hat eine Shisha-Bar nur für Frauen eröffnet. Hier herrscht absolutes Männerverbot. Nicht einmal der Geschäftsführer Muhammad Armih betritt seinen Laden während der Öffnungszeiten. Den Kundinnen scheint es zu gefallen

Wie ist die Idee einer Shisha-Bar für Frauen entstanden?

Der Geschäftsführer wollte einen Ort eröffnen, wo Frauen unter sich sein können. Inspiriert dazu haben ihn seine Schwestern, sagt Muhammad Armih zu bento.

Er habe das Gefühl gehabt, es bestehe eine große Nachfrage. Damit hat er offenbar recht: Am Wochenende sind häufig alle Plätze in "Lady Hookah" im Berliner Stadtteil Kreuzberg ausgebucht. Einige Frauen würden schon eine Woche im Voraus einen Tisch reservieren.

Warum haben Männer keinen Zutritt?

Vor allem sei wichtig, dass Frauen auch einmal unter sich sein könnten. "Die Shisha-Bars haben die Diskotheken abgelöst", sagt Armih. Männer würden gezielt in diese Bars gehen, um Frauen kennenzulernen. Frauen hingegen könnten nicht mehr über alles reden und würden oft angemacht oder begafft werden.

An einem Ort nur für Frauen könnten sie auch das tragen, was ihnen gefällt, sagt Armih. Muslimische Frauen könnten ihr Kopftuch ablegen – was in Anwesenheit von Männern nicht möglich wäre. Auch nicht in einem getrennten Bereich.

Gibt es Kritik an dem Konzept?

Ja. Gerade in der türkischen Community stößt das Konzept auf unterschiedliche Reaktionen. Wie der rbb berichtet, lobt der Türkische Bund Berlin-Brandenburg die Möglichkeit eines Rückzugsortes für Frauen. Er kritisiert aber, dass durch so ein Unternehmen frauenfeindlichen Strukturen nachgegeben wird.

Bargründer Armih hat dafür kein Verständnis: "Das ist völliger Quatsch." Er bekomme jeden Tag einige Nachrichten von Frauen, die das Konzept toll finden. Frauenfeindlichkeit gäbe er nicht nach, im Gegenteil: "Die Frauen sind froh darüber, als Ladies unter sich zu sein, Cocktails zu trinken und zu feiern." 

Außerdem sei das Konzept nicht neu. Es gebe auch Fitnessstudios nur für Frauen und im Schwimmbad Frauensauna-Tage.

Wie geht es weiter?

Muhammad Armih will Frauen weitere Freiräume dieser Art verschaffen. Hamburg und Frankfurt seien Städte, in denen er sich weitere Frauen-Shisha-Bars vorstellen könne. 

Solche Konzepte liegen aus Sicht des Deutschen Hotel- und Gaststättenverbandes im Trend. "Immer mehr Betriebe fokussieren sich auf klar umrissene Gäste- und Stilgruppen und entwickeln zielgruppengenaue Angebote für Gleichgesinnte oder für unterschiedliche Lebensphasen", sagt Stefanie Heckel.


Mit Material von dpa.


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