Bild: Montage: bento
Er hatte seine Gründe.

Ein Berliner AfD-Politiker hat gefälschte Mails verschickt, in denen er gegen die AfD pöbelt. Hinter den Mails steckte allerdings kein plötzlicher Sinneswandel – sondern Kalkül.

Sie stammen vom AfD-Bezirksvorstandsmitglied in Tempelhof-Schöneberg, Martin Reimann. Er hat sie an Politiker, Journalisten und andere Vertreter in Berlin verschickt – und wollte damit seiner Partei Aufmerksamkeit verschaffen

Unterschrieben waren die Mails schlicht mit "Steffen". Die Mails sollten allerdings den Eindruck erwecken, dass Linke sie geschrieben hätten.

Das berichtet der "Tagesspiegel". Reimann habe der Zeitung gegenüber das Versenden der Fake-Mails eingeräumt und sich entschuldigt. 

Worum ging es in den AfD-Mails?

Im Berliner Stadtteil Mariendorf soll eine neue Moschee gebaut werden. Die AfD ist dagegen – und steht damit ziemlich alleine da.

Reimann hat seine rechtspopulistische Partei in den Mails nun als Opfer eines Angriffs inszeniert, um auf diese Weise indirekt Werbung machen. 

"AFD hetzt in Mariendorf mit Großplakaten gegen Moschee" stand in der Betreffzeile, dann ging es AfD-kritisch weiter: "Ich finde es schlimm, dass dieses in unserer Stadt möglich ist." Außerdem wurde von einer "rechtsradikalen AFD" geschrieben.

Reimann dürfte damit der erste AfD-Politiker sein, der seine eigene Partei als "rechtsradikal" bezeichnet.


Gerechtigkeit

5 Gründe, weshalb Facebook gerade die Kontrolle verliert
"Cambridge Analytica" ist nur der Anfang.

Wer wissen will, weshalb Menschen Facebook hassen, muss auf Twitter nachschauen. Seit Tagen sammeln Menschen dort unter dem Hashtag "deletefacebook" Gründe, weshalb sie das größte soziale Netzwerk der Welt verlassen. In den Diskussionen geht es um vieles, doch die Berichte über angebliche Wahlmanipulationen durch die Beratungsfirma "Cambridge Analytica" (bento) sind nur ein Aspekt von vielen.

Die von Donald Trumps Wahlkampfteam beauftragte Firma soll über verschiedene Quellen Daten von Millionen Nutzern gesammelt haben. Bis heute ist unklar, wie groß der Skandal eigentlich ist. In einer ersten Stellungnahme gesteht Marc Zuckerberg Fehler ein. (SPIEGEL ONLINE)

Jetzt geht es nicht mehr allein um die Rolle von Facebook bei der Wahl von Donald Trump. Facebook selbst verliert Vertrauen: Es wird immer deutlicher, wie das Unternehmen jahrelang Hassbotschaften toleriert und Probleme ignoriert hat. Es scheint fast, als hätte Facebook immer noch nicht verstanden, welchen Einfluss es weltweit längst hat.