Die Bayernwahl ist vorbei und neben der CSU, die ihre absolute Mehrheit wieder verloren hat, ist die SPD mit Abstand der größte Verlierer: Gerade mal 9,7 Prozent der Wählerinnen und Wähler hat für die Sozialdemokraten gestimmt. Deren Ergebnis hat sich damit im Vergleich zur vorigen Wahl mehr als halbiert – schlechter hat die Partei noch bei keiner Landtagswahl abgeschnitten.

Wie ist nun die Stimmung in der Partei? SPIEGEL ONLINE hat Kevin Kühnert, Vorsitzenden der Jusos, zum Wahldebakel interviewt. 

Das sind seine vier wichtigsten Aussagen:

... es ist mit Händen greifbar, dass der Fahrstuhl gerade nach unten fährt.

Kühnert glaubt zwar nicht, dass das schleichende Ende der Sozialdemokratie erreicht ist. Er spricht aber von einer tiefsitzenden Unzufriedenheit mit der Bundespolitik und fehlenden Machtoptionen, die der SPD schaden.

Wie die politische Stimmung wirklich ist, sieht man am besten bei jungen Menschen.

Das liegt laut Kühnert daran, dass junge Leute sehr klar tagespolitisch abstimmen würden und Loyalität gegenüber einer Partei bei Jüngeren heute weniger ausgeprägt sei. Deswegen habe die SPD auch bei jungen Menschen so schlecht abgeschnitten. Die Jüngeren würden bei einigen Parteien Anknüpfungspunkte für ihren Unmut über die gesellschaftliche Entwicklung finden, nur halt selten bei der SPD.

Es gibt viele Themen, bei denen Zeitdruck herrscht und denen würde ich jetzt mal einen Countdown verpassen.

Kühnert erwartet, dass nach der Hessenwahl in der kommenden Woche ein Beschluss gefasst wird, was die Große Koalition bis zum Ende des Jahres noch erledigen müsse. Dann könne man sagen, ob man in der Koalition bleibt, oder nicht.

Wichtig seien Themen wie die gesetzliche Rente, das Dieselproblem und Waffenexporte, bei denen sich in der SPD Widerstand gegen zu laxe Regeln forme. Das wäre in seinen Augen eine wirkliche Rückkehr zur oft genannten Sacharbeit, die die Union entweder zum Handeln oder zum Kündigen zwingen würde.

Ich läute bestimmt nicht das Totenglöcklein, so weit kommt's noch.

Beim Parteitg im Dezember des vergangenen Jahres hatte Kühnert gesagt, er wolle, dass von der SPD "verdammt noch mal noch was da ist", wenn er an der Reihe sei. So dramatisch das Ergebnis in Bayern und die Umfragewerte der SPD auch sind, liegt es laut Kühnert in den Händen der Partei, diesem Trend entgegenzuwirken.


Style

Bei Fendi gibt es jetzt einen 850 Euro teuren Schal, der aussieht wie eine Vulva

Fendi hat einen neuen Schal auf den Markt gebracht. So weit erst mal nicht überraschend – doch etwas an diesem rosa-pelzigen Halswärmer ist anders...und zugleich irgendwie vertraut.

Aber der Reihe nach.

Inspiration  – das ist nicht nur etwas, das dich aus deinem Instagram-Feed heraus dazu bringt, den Alltag mit allerlei verrückten Ideen aufzufrischen (Haferflocken über Nacht einzulegen, zum Beispiel, oder zum Eintragen deiner Mittagessensdates im Kalender fünf verschiedenfarbige Stifte zu verwenden).

Nein, für manche Menschen ist Inspiration ihr täglich Brot. Zum Beispiel Modedesignerinnen und -designer. Tagein, tagaus – beziehungsweise saisonein, saisonaus – müssen die neue Ideen für Klamotten aus dem Ärmel ziehen – und das, obwohl, rein funktional, seit der Erfindung der Adilette das Genre "Bekleidung" eigentlich so ziemlich auserzählt ist.

Auf der Suche nach Inspiration wird deswegen oft in stilfernen Bereichen gewildert (Weltraumexpedition! Safari! Die 90er!). Das Ergebnis sind dann Kleidungsstücke, die selbst mit viel gutem Willen nur eine einzige Saison überdauern.