Könnten vielleicht die Männer das Problem sein?

An der Mittelschule im niederbayrischen Osterhofen müssen Mädchen weite T-Shirts tragen – zur Strafe dafür, dass ihre Kleidung zu aufreizend ist. Der Rektor der Schule hat drei Shirts mit Schriftzügen wie "I love Mittelschule Osterhofen" angeschafft, die er stolz in der Lokalzeitung präsentiert. 

(Bild: Roider / Osterhofener Zeitung)

Verhüllt werden soll mit den Oberteilen "alles, was anstößig und nicht ästhetisch ist", erklärt Rektor Christian Kröll. (Osterhofener Zeitung)

bento-Redakteur Sebastian Maas hält diese Objektifizierung von Körpern für ein Unding. Und ärgert sich, dass Mädchen für ihre Kleidung bestraft werden.

Denn dadurch bekämen Menschen, egal welchen Geschlechts, die falschen Signale beigebracht. Mädchen seien Schuld, wenn Jungs sich nicht konzentrieren könnten – was ist das eigentlich für ein Männerbild, bei dem Mädchen sich zum Schutz verhüllen müssen? 

Mehr dazu im Video oben. 

Update, 6. Juli, 14.30: 

Der Rektor der Mittelschule Osterhofen, Christian Kröll, wehrt sich gegen die Vorwürfe: 

Die XXL-Shirts seien nicht nur für Mädchen, sondern auch für Jungs gedacht. Die Entscheidung, bedruckte Shirts anzuschaffen, habe das Schulforum vor rund zweieinhalb Jahren gemeinsam gefällt. Darin sind Lehrer, Eltern und Schüler vertreten.
Kröll: "Die Schülerinnen, die sie übergestreift haben, fanden sie so gut, dass wir ihnen die T-Shirts geschenkt haben", sagte der 44-Jährige. Im Lehrerzimmer seien zuletzt gar keine Shirts mehr vorrätig gewesen. "Wir hatten sie für den Bericht der 'Passauer Neuen Presse' extra nachbestellt." (SPIEGEL ONLINE)


Gerechtigkeit

Deutschland, Italien und Österreich wollen Mittelmeerroute für Flüchtlinge dichtmachen
Was das Treffen bedeutet

Die Innenminister von Deutschland, Österreich und Italien wollen die Mittelmeerroute für Migranten aus Afrika schließen. Kommende Woche treffen sich dazu alle drei Parteien in Innsbruck, um Ideen zu erarbeiten. (SPIEGEL ONLINE)

Das erklärten der österreichische Bundeskanzler Sebastian Kurz und Bundesinnenminister Horst Seehofer am Donnerstag in Wien. Dort waren beide zusammengekommen, um über ein Abkommen zwischen Österreich und Deutschland über die Zurückweisung von Flüchtlingen zu beraten.

Die Idee beider: Gemeinsam mit Italien soll die gefährliche "Südroute" für Flüchtlinge dichtgemacht werden.