Bild: MDR
"Sieg Heil. Gute Arbeit geleistet."

Im Februar vergangenen Jahres zündeten Unbekannte ein Hotel in Bautzen an, das als Flüchtlingsunterkunft dienen sollte. Der Dachstuhl loderte, Schaulustige johlten und hinderten die Feuerwehr am Löschen (bento). Das Ereignis galt als besonders trauriges Beispiel dafür, wie normal rassistische Hetze in Deutschland geworden ist.

Kurz nach der Brandnacht begutachtete ein Dachdecker den Schaden. Er filmte die Schäden im Gebäude – und kommentiert dabei:

"Kameraden, Sieg Heil. Gute Arbeit geleistet."

Im Video ist weiter zu sehen, wie er in eine andere Richtung schwenkt. Dort hat es nicht gebrannt. Der Mann sagt:

"Hier, das können sie noch bewohnen, die Kanaken."

Das Video wurde dem MDR-Magazin "Exakt" zugespielt, das es jetzt veröffentlichte. Es zeigt, wie tief rechtsradikales Denken in Teilen der Bevölkerung verwurzelt ist (bento). Unklar ist, wie weit das Video zuvor in rechten Netzwerken verbreitet wurde.

Ist das Video denn echt?

Ja. Es wurde von einem Mitarbeiter einer Baufirma aufgenommen, die im Bautzener Oberland ansässig ist. Die Firma hat dem MDR bestätigt, dass ein Mitarbeiter das Video vor Monaten angefertigt habe. Ihm sei bereits gekündigt worden.

Auch die Staatsanwaltschaft Görlitz beschäftigt sich mit dem Fall. Ein Sprecher der Behörde sagte, man ermittle wegen des Handyvideos gegen einen 34-jährigen Tatverdächtigen (SPIEGEL ONLINE). Ihm wird das Verwenden von Kennzeichen verfassungswidriger Organisationen vorgeworfen.

Bautzen ist mittlerweile ein Schlagwort für rechte Gewalt geworden. Was war da noch?

Wer das Feuer damals gelegt hat, bleibt weiter unklar. Aber zwei 21-Jährige wurden mittlerweile zu einmal zweieinhalb und einmal drei Jahren Haft verurteilt – sie waren Schaulustige beim Brand und dort mit Polizisten aneinander geraten (SPIEGEL ONLINE).

Im September war es zu einem weiteren Problem gekommen: Im Stadtzentrum war eine Gruppe jugendlicher Flüchtlinge mit einer Gruppe aus der rechten Szene aneinander geraten. Die Deutschen verfolgten die Flüchtlinge bis zu ihren Unterkünften, herbeigerufene Sanitäter wurden bei ihrer Arbeit behindert. Um die Lage zu beruhigen, verhängte die Stadt eine Ausgangssperre – für die Flüchtlinge.

Später bedrohten Unbekannte bei einem zweiten Zusammenstoß Flüchtlinge mit Schreckschusspistolen. Im Dezember wurde erneut ein Brandanschlag auf eine Flüchtlingsunterkunft verübt ("Die Zeit").

Wir haben Bautzen besucht – und unsere Eindrücke hier aufgeschrieben:


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