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Was du wissen solltest, bevor du dein Geld anlegst.

Wir vertrauen ihnen unser Geld an. Aber ob sie es immer sinnvoll anlegen, können wir als Laien nicht ganz nachvollziehen. Außerdem passieren hinter dem Bankschalter Dinge, die wir eigentlich gar nicht wissen wollen.

bento hat bei Bankberatern nachgefragt. Das sind die spannendsten Anekdoten:

Wer mehr Geld hat, wird besser beraten
"Es gibt Kategorien, in die du als Kunde je nach Verdienst und Vermögen eingeordnet wirst. Kunden mit einem ganz normalen Gehalt bekommen die 08/15-Beratung und immer die gleichen Anlagen, Versicherungen und Bausparverträge angedreht. Wenn man mehr Geld verdient, wird man besser beraten, weil es für die Bank natürlich lukrativer ist."
Nach Index-Fonds fragen
"Filialbanken und Sparkassen wollen bei der Geldanlage vor allem sogenannte 'aktive Fonds' verkaufen. Da gibt es hohe Gebühren, die aber auch sehr transparent dargestellt werden. Weniger gerne verkaufen Banken sogenannte 'Index-Fonds', die an einen Index wie beispielsweise den Dax gekoppelt sind. Die Gebühren und die Verwaltungsgebühren sind hier niedriger, die Bank verdient weniger und verkauft deshalb lieber andere Produkte."
Immer in der Landeswährung zahlen
"Zahlt man im Ausland mit einer Kreditkarte oder hebt am Automaten Geld ab, wird man oft gefragt, ob das Konto in Euro oder in der Landeswährung belastet werden soll. Der angebotene Umtausch in Euro hat aber oft einen schlechten Wechselkurs, außerdem kommen Gebühren dazu – hier verdienen Banken und womöglich auch die Verkaufsstellen zusätzlich Geld. Immer in der Landeswährung zahlen und die Hausbank die Umrechnung machen lassen."
Studenten bevorzugt
"Studenten werden häufig schon in die bessere Kundenkategorie eingestuft, weil sie potenzielle Gutverdiener sind. Wenn sie an den Geldschalter kommen, dürfen sie dort bei manchen Banken nicht beraten werden. Dann heißt es: 'Gehen sie mal hoch zum Vermögensmanagement.'"
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Früher war alles besser
"Jede Geschäftsstelle hat ihre 'Geschäftsstellen-Omi', die jahrelang in dem Job arbeitet, traditionell den Weltspartag betreut und irgendwann mit dem klassischen Bankergeschäft nicht mehr viel zu tun hat. Eine liebe Kollegin hat mir mal ihr Leid geklagt: 'Früher konnten wir noch beraten, heute können wir nur noch verkaufen.' Ihr mache die Arbeitsweise keinen Spaß mehr, weil der Verkaufsdruck so gestiegen sei. Das wiederum ist aber von Bank zu Bank unterschiedlich."
Das Ampelsystem macht Druck
"Es gibt Ziele für die einzelnen Geschäftsstellen, zum Beispiel müssen pro Monat 100 Bausparverträge verkauft, 50 Girokonten eröffnet und 10 Kreditkarten sowie Riesterrenten vermittelt werden. Die Zielvorgaben werden dann runtergebrochen auf die einzelnen Berater. Und wenn das Jahresziel nicht erreicht wird, dann steht die Ampel im übertragenen Sinne auf rot. Dann gibt es das 13. Gehalt für die Berater nicht. Bei Privatbanken wird das sicherlich noch extremer sein."
Ran an die ältere Kundschaft
"Vor einigen Jahren sind Gerüchte aufgetaucht, wonach einige ältere Kunden als 'A+D-Kunden' eingestuft wurden. Das steht für 'alt und dumm' oder 'alt und doof'. Dahinter steckt eine Profitgier. Nach dem Motto: Den älteren Kunden kann man leichter etwas aufschwatzen." (DerWesten)
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Einige Berater haben keine Ahnung
"Eine Anekdote aus meiner Azubi-Zeit: In meinem zweiten Lehrjahr bin ich zu einer Beraterin gegangen und habe sie nach einer neuen Fondsreihe gefragt. Diese hatte sich auf den ersten Blick nur bei der Namensgebung geändert. Ich fragte also: 'Was ist an diesem Fonds die Neuerung?' Ihre Antwort: 'Das ist jetzt der neue, überarbeitete, bessere Fonds, hat die Wertpapierabteilung gesagt.' Mehr konnte sie nicht sagen. Die guten Berater werden schnell befördert. Sie arbeiten dann im Vermögens- oder Immobilienmanagement."
Im Zweifel gegen den Kunden
"Der Staat hat den Bankern in den vergangenen Jahren immer mehr vorgeschrieben, wie sie einen Kunden zu beraten haben. Geht es in einem Gespräch um Anlagen, wird anschließend ein Beratungsprotokoll erstellt. Im Zweifel wird das am Ende sogar gegen den Kunden verwendet – auch wenn der es nie richtig gelesen hat oder gar nicht versteht."
Beratung zwecklos
"Ich wollte einem Kunden erklären, dass ein Sparbuch sich nicht rechnet. Die Inflation liegt bei zwei Prozent – das Geld verliert also an Wert. Beim Sparbuch bekommst du 0,1 Prozent Zinsen – also gleichen die Zinsen die Inflation noch nicht einmal aus. Man verliert im Grunde Geld. Der Kunde konnte das nicht verstehen, war mit der Rechnung überfordert. Bei manchen Kunden geben wir Banker einfach auf."


Gerechtigkeit

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