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Drei Antworten zu den Protesten in Bangladesch

Bangladesch gilt als eines der gefährlichsten Länder der Welt – wenn es um den Alltag auf den Straßen geht. Mindestens 12.000 Menschen sterben dort jedes Jahr bei Verkehrsunfällen. (Tagesschau)

Nun gehen viele junge Menschen in Bangladesch demonstrieren und fordern von der Regierung endlich mehr Sicherheit im Straßenverkehr.

In der vergangenen Woche gingen regelmäßig Zehntausende junge Demonstrantinnen und Demonstranten gegen die Zustände im Verkehr auf die Straße. Doch die Sicherheitskräfte antworten rigoros: Am Wochenende feuerte die Polizei in der Hauptstadt Dhaka Tränengas ab und ging auf die Jugendlichen los.

Die wichtigsten Antworten zum Protest:

1

Worum geht es?

Vorrangig um den Tod zweier Jugendlicher. Sie wurden Ende Juli von einem rasenden Bus erfasst und kamen ums Leben. Das hat viele junge Bangladeschi empört. In dem Land fahren viele Menschen ohne Führerschein, die Autos sind oft nicht registriert. Auf Verkehrsregeln wird wenig wert gelegt, Kontrollen gibt es kaum.

So kommen immer wieder Menschen ums Leben – die Demonstrantinnen fordern nun von der Regierung, endlich den Verkehr in den Griff zu bekommen. Die Ausschreitungen waren so heftig, dass am Sonntag sogar der Konvoi der US-Botschafterin angegriffen wurde:

2

Worum geht es wirklich?

Um die Regierung von Ministerpräsidentin Hasina Wajed. Die Politikerin ist zum zweiten Mal im Amt, bei der letzten Wahl 2014 soll es jedoch Unregelmäßigkeiten gegeben haben, viele sehen sie unrechtmäßig an der Macht. (FAZ)

Zehntausende gehen regelmäßig in Dhaka auf die Straße.(Bild: dpa/A.M. Ahad)

Im Dezember stehen in Bangladesch Parlamentswahlen an, Wajeds Partei bangt nun um die Macht. Also beschuldigt sie die Opposition, die Empörung auf der Straße anzuheizen. Um Ruhe zu bekommen, ließ die Regierung nun vorübergehend alle Mobilfunknetze abschalten. 

3

Wie geht es weiter?

Die Studierenden wollen weiter auf die Straße gehen – gerade, weil sie die Schikane der Regierung nicht hinnehmen wollen. Sie Studenten sagen, Vertreter der Regierungspartei hätten angefangen, den friedlichen Protest mit Schlagstöcken aufzumischen. Mehrere Hunderte Menschen seien so bereits verletzt worden. (Deutsche Welle)

  • Tatsächlich gibt es Berichte über vermummte Männer, die mit Metallstangen oder Macheten auf den Straßen unterwegs waren und die Demonstrantinnen verprügelten. 
  • Sicherheitsbeamte sagen, es gebe eine, wie sie es nennen, "dritte Kraft", die sich unter die Studenten mischen würde. Mehrere Hundert Menschen wurden verletzt.

Ein erstes Zugeständnis regt die Regierung nun an: Die Todesstrafe für besonders schwere Verkehrsdelikte (Independent Online). 

Ob es das ist, was sie Protestler sich vorgestellt haben?


Trip

Diese Fotos zeigen, wie schlecht sich manche Menschen im Flugzeug benehmen
Über den Wolken ist vieles grenzenlos.

Im Flugzeug gibt es meist nur eine Menschengruppe, die dem Idealtyp des Homo sapiens entspricht: Flugbegleiterinnen und Flugbegleiter. Die tragen korrekt sitzende Kleidung und Lächeln auf den Lippen, selbst wenn sie so hilfreiche Sicherheitseinweisungen wie "Sicherheitsweste erst aufpumpen, nachdem Sie sich durch die Tür gequetscht haben" durchgeben müssen. 

Der Rest unserer Spezies degeneriert hingegen schon bei der Aussicht auf langes Sitzen in beengten Räumen zum Homo Jogginghose.