Das steckt eigentlich dahinter.

Die siebenjährige Bana al-Abed berichtete mehrere Wochen lang über das Leid in Aleppo – jetzt ist sie neues Aushängeschild des türkischen Präsidenten Recep Tayyip Erdogan. Bei einem Fototermin am Mittwoch saß sie auf dem Schoß von Erdogan. Der Präsident selbst twitterte Fotos vom Treffen:

Ein Video zeigt Bana, wie sie Erdogan dafür dankt, dass er die Kinder in Aleppo unterstütze und sie aus der Stadt befreit habe. Dann sagt Bana: "I love you". Auch ihre jüngeren Brüder sind bei dem Treffen dabei.

Bana galt auf Twitter als eine Stimme der umkämpften syrischen Stadt Aleppo (bento). Sie wohnte mit ihrer Familie in einem Rebellenviertel im Osten der Stadt, das vom syrischen Regime und russischen Kampffliegern regelmäßig bombardiert wurde. Der Twitter-Account wurde jedoch vor allem von ihrer Mutter betreut.

Wie kommt Bana nun in die Türkei?

Seit vergangener Woche läuft in Aleppo eine Evakuierung der Ostviertel. Dort eingeschlossene Zivilisten sollen in Sicherheit gebracht werden. Banas Mutter Fatima bestätigte der rebellennahen Nachrichtenseite Qasioun am Montag, dass die Familie in eine Auffangzone westlich von Aleppo gebracht wurde. Auch ein Video von Bana tauchte auf (bento I). Mutmaßlich wurde Bana dann zwischen Montag und Mittwoch in die Türkei gebracht, eine Bestätigung gibt es jedoch bislang nicht.

Was will Erdogan mit dem Foto zeigen?

Die Türkei engagiert sich seit August im Syrienkrieg. Offiziell kämpfen türkische Soldaten gegen Islamisten im Land (bento II) – Erdogan hat also ein Interesse daran, als Beschützer des syrischen Volkes wahrgenommen zu werden. Wenn ihm ein Flüchtlingsmädchen aus Aleppo mit Küsschen dankt, dann soll das zeigen: Schaut her, ich habe Ordnung nach Syrien gebracht.

Warum ist das Foto in Wahrheit zynisch?
  • In den ersten Kriegsjahren hat Erdogan die Terrormiliz "Islamischer Staat" mit Waffen und Geldern unterstützt (bento III).
  • Der plötzliche Kampf gegen Islamisten in Syrien ist daher vor allem ein Alibi – in Wahrheit greift die Türkei syrische Kurden an, um zu verhindern, dass entlang der syrisch-türkischen Grenze ein Kurdenstaat entsteht. Darunter leidet auch die Zivilbevölkerung.
  • Bislang hat sich Erdogan kaum für syrische Flüchtlinge interessiert. Entlang der Grenze wurde eine Mauer errichtet, viele Syrer können das Kriegsland nicht verlassen (SPIEGEL ONLINE). Die Fotos mit Bana wirken vor dem Leid Hunderttausender weiterer Flüchtlinge daher eher zynisch.

Fühlen

​Warum wir mehr über Masturbation sprechen sollten

Eine Holzbank am Teich unserer Kleinstadt: Hier haben Nadja und ich früher immer über das gesprochen, was uns beschäftigte, vor allem über Jungs also. Schließlich waren wir damals erst 15. An jenem Tag erzählte ich von meinem ersten Handjob, den ich meinem Freund gegeben hatte. Meine Schulfreundin wollte auch vorbereitet sein, deswegen berichtete ich. Wir kicherten viel.

Es gab aber noch etwas anderes, was ich mit Nadja besprechen wollte – wie das ganze bei uns selbst geht. Aber sie wehrte ab: "Darüber muss man nicht reden. Da weiß man ja, wie es für einen funktioniert."

Nee, wusste ich leider nicht. Aber ich verstand, dass das Thema für sie tabu war.